Sonntag, 11. Dezember 2016

[Rezension] Das Paket

Das Paket


Autor: Sebastian Fitzek
Hardcover: 19,99 €
eBook: 14,99 €
Seitenzahl: 368
Verlag: Droemer
Mehr Infos: hier
Leseprobe: <<klick>>
 
Inhalt
Emma lebt nach einer traumatischen Kindheit und einem einschneidenden Erlebnis zurückgezogen und ängstlich. Niemand hat Zugang zu ihrem Haus und selbst ihr Ehemann scheint ihr fremd geworden zu sein. Ihr Leben wird sich noch einmal schlagartig verändern, wenn sie das Päckchen für den unbekannten Nachbarn annimmt. Wieso kennt sie A. Palandt nicht, obwohl sie schon jahrelang in derselben Straße lebt?

Wie hat's mir gefallen

Ich gestehe, ich bin kein Thrillerleser, wollte aber schon lange Mal einen Sebastian Fitzek Roman lesen. Nach der grandiosen musikalischen Lesung zu "Das Paket" war ich so angefixt, dass ich das Buch haben MUSSTE. Alles beginnt recht dramatisch mit Emmas schlimmer Kindheit. Nicht nur ihr cholerischer Vater macht ihr zu schaffen, sondern auch Arthur, der Mann im Schrank, ist furchterregend und prägt Emmas Leben immens. Kein Wunder, dass die Psychologie zu ihrer Berufung wird. Doch die Psyche wird ihr das Genick brechen.

Zu Anfang war der Roman wirklich spannend. Man fragte sich, was es mit Arthur auf sich hatte, was im Hotelzimmer geschah, das es angeblich nicht gibt und was es mit dem Titel des Buches auf sich haben mag. Doch schon hier traten die ersten Unstimmigkeiten auf. Emma ist aufgrund ihrer Vergangenheit eine gebrochene Frau, die niemandem vertraut und hinter jedem Schatten etwas Böses vermutet. Wieso sollte gerade sie ein Paket für einen Unbekannten annehmen? Nicht mal ich nehme Pakete für Nachbarn in der Straße an, da ich nicht weiß, was sich in den Paketen verbirgt noch wer dann vor meiner Haustür stehen wird - und ich bin alles andere als paranoid. Jemand mit solchen Ängsten würde niemals auf die Idee kommen, etwas derart idiotisches zu tun.

Nun gut, irgendwie muss die Handlung vorangehen. Emma kommt ihrem Nachbarn auf die Spur. Jetzt wird es etwas kompliziert, denn ich muss meine Kritik begründen ohne zu spoilern. Obwohl der Nachbar weniger Geheimnisse in sich trägt als man denkt (denn als Leser durchschaut man den Clou wesentlich schneller als die begriffsstutzige Psychologin), so fand ich das Grundgerüst der Beweggründe des Nachbarns durchaus spannend und nachvollziehbar. Die Umstände drumherum waren derart abstrus und absurd, dass ich beinahe das Buch weggelegt hätte. Anstatt mich zu gruseln, konnte ich nur über die blutigen Umstände lachen und fragte mich ernsthaft, welcher Leser diese Handlung schlüssig finden kann. 


Ab dem Moment war ich mir auch ziemlich sicher, wer der Friseur ist, dachte aber: Nein, jeder ist begeistert von Fitzeks Kunst, da muss noch mehr dahinter stecken. Ein riesiger Clou, eine Überraschung, einfach mehr. Leider war es dann so, wie man es ab der Hälfte des Buches erahnen konnte. Nein, ich bin kein Detektiv und ich lese auch kaum Thriller. Man kann mich durchaus an der Nase herumführen, wie es Sherlock in der neuen BBC Serie geschafft hat. Aber hier gab es so viele eindeutige Anzeichen, die leuchtend auf eine Person hinwiesen, dass ich wirklich enttäuscht über das Ende war. Ich war regelrecht sauer über die konfusen Handlungen der unsymapthischen Protagonistin. Krankheit hin oder her - ist ihr denn kein bisschen (Menschen)Verstand geblieben? 


Schlussendlich verliere ich noch ein paar Worte über den Schreibstil, der spannend, aber nicht außergewöhnlich ist. Die Kapitel begonnen oft vielversprechend mit tiefen Metaphern, jedoch verfiel der Autor dann in eine recht alltägliche Sprache, die wenig Platz für Interpretationen ließ.
Vielleicht habe ich mit dem falschen Fitzek Buch begonnen, vielleicht liegt mir das Genre nicht, vielleicht waren die Erwartungen zu hoch, aber bisher ist mir der Hype um den Autor ein Rätsel. Für mich war das Buch streckenweise sehr zäh, "das Paket" lag für mich viel zu wenig im Fokus und ich war überrascht, wie wenig mich der Autor überraschen konnte. Schade. 


Cover/Buchgestaltung
Kauft euch bitte nicht das eBook, denn das ist meiner Meinung nach unverschämt teuer. Die Erstauflage des "Hardcovers" ist in einem wunderschönen Paketschuber, der wirklich sehr zum Titel passt. Auch wenn es eher eine feste Taschenbuchausgabe ist, statt eines gewohnten Hardcoverbuches, so lohnt sich hier jeder Cent. 

Fazit
Wer beim Lesen weniger auf Details achtet und wenig hinterfragen möchte, wird sich hier gut fallen lassen können. Mir fehlte leider ein überraschender Clou, der die unsympathische und konfus handelnde Protagonistin sowie die Vorhersehbarkeit der Handlung wieder ausgleicht. 

Bewertung 2,5/5


Kommentare:

  1. Jedenfalls habe ich eines gelernt. Jetzt zur Weihnachtszeit gibt es ja viele Packte, auch von den Nachbarn. Will ich etwas erleben, dann nehme ich auch die von den unbekannten Nachbarn an. Schade nur, dass ich alle kenne.

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    1. :D Ich gestehe, ich nehme alleine aus Verischerunsgründen NIE Pakete für fremde an. Maximal für de drei Familien im Haus.. die kenne ich aber auch recht gut.

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