Sonntag, 27. November 2016

[Rezension] Das Bild aus meinem Traum

Das Bild aus meinem Traum


Autor: Antoine Laurain
Hardcover: 20 €
Seitenzahl: 192
VerlagAtlantik Verlag
Mehr Infos: hier

Inhalt

Pierre-François Chaumont ist leidenschaftlicher Kunstsammler. Doch noch weiß er nicht, dass ein Gemälde sein ganzes Leben von Grund auf ändern wird. Ja, sogar ihn selbst komplett verändern wird. Ob es ihm gelingen wird, ein neues Leben anzufangen?   



Wie hat's mir gefallen

Zuerst einmal muss ich gestehen, wie sehr ich den Autor und seinen einmaligen Schreibstil mag. Ich bin kein allzu großer Fan von französischen Autoren, denn mir ist das oft zu gestelzt und übertrieben. Doch Antoine Laurain hat ein Händchen dafür, dem Buch das gewisse Etwas zu verleihen, es unverkennbar nach Frankreich klingen zu lassen und zugleich geheimnisvoll und niemals kitschig zu werden.

Dieses Buch ist sowieso kein Kitsch, denn es geht um einen Kunstsammler, der nicht mehr so richtig zufrieden ist. All das Geld der Welt verschafft ihm kein Glück. Er tauscht Dinge, häuft Wertsachen an und doch ist er trotz all des Reichtums nicht reich. Eines Tages findet er ein seltsames Gemälde, auf dem er abgebildet ist. Niemand erkennt die Ähnlichkeit und doch begibt er sich auf die Spuren des Wappens auf dem Gemälde. Er entdeckt eine völlig neue Welt und eine neue fast unbekannte Seite an sich. Doch sein neues Leben verspricht viele Geheimnisse.

Dieses Buch ist ungewohnter Weise in der Ich-Perpektive geschrieben, weswegen mir die Handlung noch einmal näher ging. Und zu gleich fiel es mir deutlich schwerer Schritt zu halten. Ich musste nach dem Ende, was mich noch lange beschäftigt hat, noch einmal den kompletten Anfang lesen um zu verstehen, was der Autor meinen könnte. Es gibt so viel Interpretationsspielraum, dass man sich definitiv Zeit für das Buch, Zeit für die Kapitel, ja sogar Zeit für jeden Satz lassen muss. Es ist so anders und dennoch so gut. 

Gut war auch wie immer der Schreibstil des Autors, in den ich so hoffnungslos vernarrt bin. Hier muss man nicht zwischen den Zeilen lesen, sondern eher jeden Buchstaben hinterfragen. Jedes Wort ist bedachtvoll eingesetzt worden, jeder Satz zieht etwas anderes hinter sich her. Verborgen in den Schatten der Wörter spielt sich so viel mehr Handlung ab, dass man immer stets angeknipst lesen muss. Ich bin kein Fan von allzu kurzen Büchern, doch Antoine Laurain braucht keine 500 Seiten um mich zu begeistern. Mit nur wenigen Worten schafft er eine unbeschreibliche Atmosphäre, wie es andere Autoren in 900 Seiten nie schaffen könnten. Ich bin begeistert.

Alles in allem ein anderes, sehr nachdenkliches Buch. Obwohl es hier Liebe gibt, spielt die Liebe nicht die Hauptrolle. Das Ende, ja das Ende, hat mich überrascht, umgehauen und mitgenommen. Und doch hätte es nicht anders sein dürfen. Danke für dieses Buch!

Cover/Buchgestaltung

Es passt, zum Glück, zu den anderen Büchern vorher. Mir gefällt es, dass man alle drei bisher erschienen Werke des Autors somit zusammen ins Regal stellen kann und sie sehen wie eine kleine Reihe aus.  

Für Fans von
* "Der Hut des Präsidenten" von Antoine Laurain
* "Liebe mit zwei Unbekannten" von Antoine Laurain

Fazit
Wer ein Buch lesen möchte, das viel erzählt mit wenigen Worten, wer gerne zwischen den Zeilen liest, wer nachdenken möchte und sich gerne überraschen lässt, der ist hier genau richtig. Zudem begeistert der Autor mit einem unvergleichlichen atmosphärischen Schreibstil.

Bewertung 5/5

1 Kommentar:

  1. Hach Ingrid,
    ich habe es doch immer noch nicht geschafft dieses Buch zu lesen? Das kann eigentlich mal echt nicht sein. Ich wollte es schon im September lesen und bin einfach noch nicht dazu gekommen. Unfassbar. Danke, dass du mich nochmal drauf aufmerksam gemacht hast. Ich freue mich sehr drauf und habe keinen Zweifel daran, dass es mir gefallen wird. :D

    Liebst, Lotta

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