Mittwoch, 19. Oktober 2016

[Rezension] Alles was ich sehe



Alles was ich sehe

   


Autor: Marci Lynn Curtis
Preis: 18,99 €



ebook: 14,99€


Seitenzahl: 432




Mehr Infos: hier
   



Inhalt

Nach einer schrecklichen Krankheit ist Maggie blind. Sie kann nicht mehr nur sehen, sie verschließt sich vor der ganzen Welt. Ihr ganzes Leben ändert sich, als sie auf den zehnjährigen Ben trifft, der sich wortgewandt in ihr Leben schmuggelt. Doch mit Ben kommen wieder echte Farben in ihr Leben, denn sie sieht einen kleinen Ausschnitt der Welt um den jungen Mann. Dazu gehört auch der attraktive Sänger Mason, der in Maggie natürlich wieder nur einen irren Fan vermutet und sie abblitzen lässt...





   


Wie hat's mir gefallen

Gleich zu Anfang wird dem Leser klar: Maggie hat ein schweres Los gezogen, aber das Buch trotzt (zuerst) nicht vor Trauer, Wehmut und schlechten Gedanken. Obwohl die junge Protagonistin schlimme Zeiten durchlebt und immer noch mit ihrem Schicksal hadert, überwiegt der Wortwitz, sodass die Schwere der Thematik genommen wird. Maggie ist blind, doch durch einen irren Zufall kann sie den lustig-vorlauten Ben sehen. Allerdings ist sie nicht geheilt, denn sie sieht lange Zeit nur Ben und ein wenig um ihn herum. Somit kommt manchmal auch Mason, Bens großer Bruder und Frontsänger von Maggies Lieblingsband, in ihr Sichtfeld. Doch der will nichts mit der seltsamen Freundin seines Bruders zu tun haben, denn er ahnt, dass mit ihrer Blindheit etwas nicht stimmen kann.
    

Ich habe mich sofort in die farbenfrohen und mehrdimensionalen Charaktere verliebt. Maggie, die auf den ersten Blick ein sarkastischer Teenager ist, versteckt durch bissige Kommentare ihre Trauer, aber auch ihre Wut. So wie die Augen ihr die Farben verwehren, blendet sie das Leben aus. Sie will sich gar nicht zurecht finden als Blinde und hofft stets auf ein Wunder. Doch ist Ben, der quirlige Junge wirklich ein Wunder? Durch seine offene, fröhliche und liebenswerte Art weckt er in Maggie wieder den Wunsch das Leben zu genießen. Doch lasst euch sagen: das Leben legt einem immer wieder Steine in den Weg. Manchen Menschen sogar Hinkelsteine. 
  

"Das ist das Ding, wenn man blind ist: Man sieht die Leute, wie sie wirklich sind."
    
Natürlich macht die Autorin stets neugierig, was es mit Ben und Maggie auf sich hat. Täuscht Maggie ihre Blindheit nur vor? Ist die Blindheit psychisch bedingt? Oder ist Maggie durch ihre Krankheit hochsensibel geworden, sodass die Menschen sieht, ohne sie mit den Augen wahrnehmen zu können? Obwohl ich ab der Hälfte eine Vermutung hatte, die sich schlussendlich bewahrheitete, war ich mir nie ganz sicher und konnte nicht aufhören zu lesen. Ich verschlang Kapitel um Kapitel. Schuld daran war vielleicht auch ein charmanter junger Mann namens Mason.
   
Ja, es funkt. Jedenfalls bei Maggie. Mason ist durch seine Band gigglige Fangirlies gewohnt und weiß daher, dass er Maggie lieber aus dem Weg gehen sollte. Und trotzdem scheinen die Beiden voneinander angezogen zu sein. Hach :) Die Autorin hat ein Talent dafür, ihren All-Age Roman lustig und gefühlvoll zu erzählen, sodass man sich direkt in die Geschichte eingebunden fühlt. 

Obwohl ich ein "älteres" Buch erwartet hatte, war ich durch und durch zufrieden mit der Handlung, den lebensechten Charakteren und dem Ende, welches kein Ende ist, 
  

Cover/Buchgestaltung
Das Buch ist von außen eine wahre Augenweide, denn der Schutzumschlag leuchtet in bunten Farben und macht nachdenklich zugleich. Doch auch darunter verbirgt sich ein wunderhübsches Buch, mit einem Zitat, das unter die Haut geht.
  
Für Fans von
* "Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt" von Nicola Yoon
* "Irgendwann für immer" von Katja Millay
  
Fazit
Ein berührender Roman, der auf leichte Weise ein emotionales Thema beschreibt. Der Mix aus Coming-of-Age, Liebesgeschichte und Lebensdrama harmonisierten genauso gut zusammen, wie die abwechslungsreichen Charaktere.
  
Bewertung 4,5/5

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