Freitag, 17. Juni 2016

[Rezension] Verschwundene Seelen - Die Vergessenen der Wirklichkeit



Verschwundene Seelen

Die Vergessenen der Wirklichkeit



 

Autor: Annika Meyer
Preis: 16,95 € (Hardover)

eBook: 12,99 € 
Seitenzahl: 340
VerlagFabulus Verlag
Mehr Infos: hier 





       


Inhalt

Alina und weitere sechs Jugendliche gehören zum engeren Kreis der Auserwählten. Sie sollen das Buch des Lebens, das »Zauberbuch«, vor der Vernichtung durch die Schattenmenschen retten. Dazu sind die Auserwählten mit übernatürlichen Fähigkeiten ausgestattet. Im Kampf um das Gute haben sie es jedoch mit einem übermächtigen und verschlagenen Feind zu tun, der mit aller Brutalität vorgeht. Werden die sieben diese Schlacht letztendlich für sich entscheiden und die Schattenmenschen zurückdrängen können?Der Preis ist hoch, den die Auserwählten für ihre Berufung zu zahlen haben: Solange sie sich in ihrer Parallelwelt bewegen, verlieren Freunde, Verwandte und Kameraden in der »normalen« Welt jegliche Erinnerung an sie. Die Auserwählten sind dann die »verschwundenen Seelen«.   Quelle


  
Wie hat's mir gefallen
Der Einstieg in das Buch fiel mir leider sehr schwer. Alles beginn recht schön, jugendlich und unterhaltend mit Alina und ihrem besten Freund (der dann lange Zeit einfach weg vom Fenster ist). Doch dann wurde es von einer auf die andere Minute sehr fantasylastig und die Protagonisten nahmen alles ohne Zweifel hin. Niemand wundert sich, warum ein Mädchen aus einer Blüte steigt. Jeder glaubt die kryptischen Rätsel. Wieso fragt sich keiner, ob Lovelyn vielleicht zu den Bösen gehören könnte? Das schien mir doch alles recht naiv und zu einfach dargestellt. Nach und nach gewöhnte ich mich an die Situation und kam gerade in der Hälfte des Buches wieder hinein. Der letzte Teil, kurz vor dem Schluss, war mir wieder zu abgespacet, aber das Ende konnte mich zufrieden stellen.
 
Dennoch war alles recht durchwachsen. Schuld daran könnte auch die Genreeinteilung sein, die nicht nur mir schwerfiel, sondern auch dem Verlag/Covertexter. Auf dem Buch steht nämlich "Fitzek für Jugendliche", weswegen ich einen spannenden Jugendthriller erwartete. Packt man das Buch aus, so steht da Fantasy-Jugendroman. Beginnt man das Buch zu lesen, würde man es allerdings eher als älteres Kinderbuch einordnen, da der Schreibstil sehr jung ist und voll mit gekünstelten Sätzen ist (gerade in der wörtlichen Rede). Das alles hat mich sehr irritiert. 


Schlussendlich ist es aber doch kein Kinderbuch, denn es gibt viele gewaltvolle, brutale und blutige Szenen, mit denen ich nicht gerechnet habe. Zudem gibt es zwei moralisch fragwürdige "Tötungen", die man mindestens in einem Fall hätte verhindern können (Ein Beinschuss hätte auch gereicht). Da war ich teilweise schon geschockt, wie die Autorin mit Moralvorstellungen ihrer sonst so sympathisch-artigen Protagonistin umgeht und fragte mich, was sie damit den doch sehr jungen Lesern mitteilen möchte. 

  
Sympathisch fand ich Alina allerdings doch. Sie wirkt wie das typische Mädchen von nebenan, mit der man gerne befreundet wäre. Auch wenn ich zu Anfang wenig überzeugt von der Liebesgeschichte zwischen ihr und einem Nebencharakter war, so fühlte ich vor allem gegen Ende mit ihr mit. Sie hat viele schreckliche Dinge zu verarbeiten - da braucht man nicht noch ein gebrochenes Herz. Aber gerade diese Szenen retteten meiner Meinung nach das Buch und gaben der Handlung einen neuen Aufschwung.
 
Alles in allem ist es ein durchwachsenes Jugendbuch, allerdings mit viel Potential. Die Grundidee fand ich wirklich gut, obwohl mir die Umsetzung der Fantasyszenen nicht gefallen haben. Hier hätte man andere Umschreibungen (Zauberbuch? Ernsthaft? finden können, die besser dem Genre und dem Alter der Zielgruppe angepasst ist. Ich glaube, wenn sich die Autorin wirklich nur dem Genre Jugendthriller verschrieben hätte, wäre dies ein spannender Roman geworden.
  

Cover/Buchgestaltung
Die Buchgestaltung ist einmalig schön und gibt der Gesamtbewertung einen halben Stern mehr. Der Buchschnitt ist grün gefärbt, sodass das Buch sehr düster wirkt und an den Wald erinnert, in dem Alina und ihre Freunde den größten Teil ihres zukünftigen Lebens verbringen.

  

  

Für Fans von
* "Saeculum" von Ursula Poznanski
* "Auf den Spuren der Macht" von Ulrike Münch
  

Fazit
Obwohl die Grundidee mich überzeugen konnte, harperte es an der durchwachsenen Umsetzung. Vor allem der Schreibstil und die nicht durchgängig durchdachten Fantasyelementen waren mir ein Dorn im Auge. Die sympathischen Protagonisten und ihre nachvollziehbaren Wandlungen retteten einiges.
   

Bewertung 2,5/5

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