Mittwoch, 6. April 2016

[Rezension] Ein Sommer ohne uns


Ein Sommer ohne uns



 

Autor: Sabine Both
Preis: 12,99€ (broschiert)
eBook: 8,99 €
Seitenzahl: 240
Verlag: Loewe
Weitere Infos: Hier









Inhalt
Schon immer zusammen - welches Paar wünscht sich dies nicht. Keine schrecklichen Liebschaften vorher, nur eine gemeinsame Vergangenheit. Was wie ein wahrgewordener Mädchentraum klingt, wird für Verena und Tom nach und nach zum Albtraum. Zweifel nisten sich in den Köpfen der Teenies ein. Obwohl Verena Tom liebt, will sie sich erst noch ausprobieren bevor die gemeinsame Wohnung kommt. Und auch Tom ist nicht abgeneigt. Die beiden treffen eine Abmachung, nach der nichts mehr so sein wird, wie es mal war...

Wie hat's mir gefallen
Ich habe mich sehr auf das Jugendbuch gefreut, denn die Thematik spricht mich persönlich sehr an. Auch wenn ich nicht schon immer mit demselben Mann liiert bin, so war ich seit ich 14 bin nur 6 Monate single, also bin seit mehr als 13 Jahren in Partnerschaft. Selten sprechen Bücher solch reale Tabuthemen an, weswegen ich sehr neugierig war.

Alles beginnt sehr kindlich und staccato-mäßig erzählt mit der Kindheit der beiden Protagonisten Tom und Verena. Tom ist für sein Alter recht frühreif was Gefühle gegenüber Mädchen angeht und betet seine Nachbarin gerade zu an. Kein Wunder, dass aus den Beiden später ein paar wird. Nach dieser Einführung, wird der Schreibstil zwar etwas älter, bleibt aber stets jugendlich. Die kurzen Sätze bleiben erhalten und haben mich anfangs verwundert. Doch nach und nach wird klar: diese Erzählweise wurde absichtlich so auffällig oft gewählt, um dem Leser Platz für Eigeninterpretationen zu liefern und ihn schier zum eigenen Nachdenken zu zwingen. So etwas mag ich immer sehr. Was ich weniger mochte, war dann der Verlauf der Handlung.

Zwischen Verena und Tom sprüht schon lange kein Funke mehr. Der Alltag ist bei den Beiden schon zu Abiturzeiten eingekehrt und alles wirkt eher nach Gewohnheit, als nach der großen Liebe. Gerade Verena wirkt oft sehr abweisend und farblos, weswegen es mir schwer fiel, zu ihr eine Verbindung aufzubauen. Tom, der Verena offensichtlich noch sehr mag (von Liebe fällt es mir sehr schwer bei den Beiden zu reden), bemüht sich zwar, schaut sich dennoch aber auch gern weiter um. Jedem ist klar, worauf es hinausläuft: auf eine Beziehungspause. Über deren lieblose und undurchdachte Umsetzung war ich etwas geschockt. Es war nichts Ganzes und nichts Halbes. Entweder ich trenne mich auf Zeit, oder lasse es bleiben. Aber das, was Verena und Tom "veranstalten", kann kein Mensch der aufrichtig liebt gutheißen. Vielleicht bin ich aber auch zu hart zu den Protagonisten, schließlich haben sie kaum Erfahrung, sind noch sehr jung und gerade Verena wirkt zu naiv.

Trotz der wenigen Seiten, gab es einige Nebenhandlungen. Die Story mit den Eltern war mir leider zu offensichtlich, durchschaubar und clichéhaft. Zudem kam ich mit den Namen komplett durcheinander. Ist es out "Mama" zu sagen? Die Nebenhandlung um Isabelle fand ich interessant. Endlich mal eine junge Frau, die weiß was sie will, dies umsetzt und zu ihren Entscheidungen steht. Ob man sie mag oder nicht, im Gegensatz zu Verena besitzt sie Rückgrat und hat einen gefestigten Charakter. Ohne sie, wäre mir die ganze Handlung zu farblos gewesen und obwohl sie nicht immer moralisch korrekt handelt, ist sie im Gegensatz zu Verena ehrlich und war mir wesentlich sympathischer. Leider gehen alle anderen Charaktere mit ihr sehr selbstgerecht und zu hart ins Gericht. Aber: That's Life.

Das Ende gefiel mir dann doch. Ich hatte wirklich Angst davor, denn zu oft wurde man bei solchen Stories enttäuscht mit einem lahmen Ende. Dieses war passend und rettete das Buch vor einer 2* Rezension. Alles in allem ist es eine nette Lektüre für Zwischendurch, allerdings würde ich euch raten es auszuleihen oder zur eBookvariante zu greifen.


Cover/Buchgestaltung
Das Cover ist wirklich hübsch. Auf der Frontseite sieht man Verena, auf der Rückseite Tom. Sie sind getrennt und doch verbunden, wie im Buch. Leider ist die Klappbroschur schnell ausgelesen und nimmt leicht Flecken auf. Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt meines Erachtens nach nicht so gut.

Für Fans von
* "Ein ganzes Ja"
von Luisa Sturm

Fazit
Da hatte ich mir einfach etwas Anderes und MEHR erhofft. Weder Tom noch Verena waren sympathische Protagonisten. Vielleicht bin ich aber auch einfach mit 27 zu alt für diesen Jugendroman, der teilweise doch noch sehr jung geschrieben ist. Dennoch hätte ich mir von der Beziehungspause etwas ganz anderes - und vor allem "Ehrlicheres" - erwartet.

Bewertung 2,5/5

 

1 Kommentar:

  1. Hallo :)
    Ich teile deine Meinung in den meisten Punkten. Ich war von diesem Buch und der Ausführung der Beziehungspause ziemlich enttäuscht. Die Nebenstory mit den Eltern was mir zu viel des Guten und total unnötig. Da hätte ich lieber noch etwas mehr über Verena und Tom gelesen.

    Grüße
    Sara

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