Mittwoch, 30. März 2016

[Rezension] Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben


Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben



 

Autor: Matt Haig
Hardcover: 18,90 €
eBook: 12,99 €
Seitenzahl: 304
Verlag: dtv
Weitere Infos: Hier







Inhalt
Mit 24 erkrankt Matt Haig an schweren Depressionen. Bis dahin war ihm gar nicht bewusst, welche Auswirkungen diese Krankheit auf sein komplettes Leben haben wird. In diesem Buch beschreibt der Autor nicht nur die Krankheit, sondern auch seinen Leidensweg und den Weg, zur Besserung.

Wie hat's mir gefallen

Zu erst einmal muss ich euch vom Klappentext abraten, denn der führt völlig in die Irre. Vor allem der Satz "Eine bewegende, witzige und mitreißende Hymne an das Leben und an das Menschsein – ebenso unterhaltsam wie berührend." hat in mir große Erwartungen hervorgerufen und ich habe mich mit der völlig falschen Stimmung auf dieses Buch eingelassen. Gerade diese falschen Erwartungen haben mir viel Lesefreude "geklaut", obwohl das Buch durchweg gut war.
"An sich ist nichts weder gut noch böse, das Denken macht es erst dazu." S. 290

Alles beginnt mit Matt Haig, der seinen Lebensweg autobiographisch schildert. Stück für Stück beschreibt der Autor nicht nur, wie es ihm ergangen ist, sondern er erklärt, was alles hinter dem Wort "Depressionen" steckt. Ich selbst war überrascht, denn ich verband bisher damit eher depressive Gedanken. Doch Matt Haig leidet nicht nur daran, sondern auch an (Zwangs)Neurosen und vielen weiteren körperlichen Leiden, die seinen Alltag zunehemds einschränken. Gerade die sachbuchartigen Kapitel, die niemals im Fachchinesisch verfasst sind, haben mich positiv überrascht.

Doch für meinen Teil zog sich das Buch in der Mitte etwas zu sehr. Zu lange wartete ich auf die unterhaltsamen Stellen und den lebensbejaenden Teil. So schön Matt Haig schreibt, so furchtbar er seine Lebensgeschichte schildert, ich hatte immer den Klappentext und auch den Titel im Kopf und wartete auf die besagten Stellen. Gegen Ende war ich dann doch berührt, denn die #reasonstostayalive waren sehr vielseitig, emotional und haben mich zu Tränen gerührt. Auch die Anleitung zum Leben fand ich sehr gut. Hier ein Auszug:

"Lies ein Buch, ohne schon daran zu denken, es fertigzulesen. Lies es einfach. Genieße jedes Wort, jeden Satz, jeden Absatz. Wünsch dir nicht, dass es schon zu Ende wäre, aber auch nicht, dass es nie endet." S. 290

Alles in allem war es dennoch ein tolles Leseerlebnis, auch wenn es für den Preis doch recht kurz war. Gerade bei den #reasonstostayalive hätte ich noch ewig weiterlsen können.


Cover/Buchgestaltung
Es passt wirklich gut zum Inhalt. Das Buch ist recht "klein" und man schafft es auch ohne Stress an einem Abend. Dennoch finde ich es gut, dass nicht alles so zusammengepresst ist und dem Leser somit Zeit und Raum zum lesen gibt.
 

Gut zu wissen
Es handelt sich hierbei um eine Mischung aus Sachbuch, Biographie und unterhaltender Literatur.

Für Fans von
* "Big Magic"
von Elizabeth Gilbert


Fazit
Auch wenn dieses Buch sicher nicht für Jedermann ist, so kann ich es allen Neugierigen und Interessierten zum Thema "Depressionen" empfehlen. Der Mix aus Sachbuch und Autobiographie ist wunderbar gelungen, doch mir fehlten die vom Klappentext versprochenen witzigen Abschnitte. 

Bewertung 4/5

1 Kommentar:

  1. Hallo Ingrid,

    danke für deine ehrliche Meinung zu dem Buch. Der Satz des Klappentextes klingt für mich wie typischer Werbesprech, den jemand gemacht hat, ohne das Buch zu kennen. Schade, dass es dadurch falsche Erwartungen weckt.

    Das Buch möchte ich aber dennoch sehr gerne lesen, da mich das Thema Depression sehr stark interessiert.

    Das Zitat zum Buch lesen ist sehr wahr und sollte ich mir auch öfter mal zu Herzen nehmen. Zu oft denkt man entweder daran, dass Buch zu beenden oder die Hoffnung zu hegen, das Buch endet nie. :)

    Liebe Grüße,
    Anna

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