Montag, 14. März 2016

[Rezension] All die schönen Dinge


All die schönen Dinge



 

Autor: Ruth Olshan
Hardcover: 14,99€
eBook: 11,99 €
Seitenzahl: 304
Verlag: Oetinger
Weitere Infos: Hier









Inhalt
Tammies Aneurysma bestimmt ihr ganzes Leben: sie sammelt Grabsprüche, meidet heftige Emotionen und entrümpelt ihr Leben, um später keinem zur Last zu fallen, wenn sie nicht mehr da ist. Bei all dem Ganzen vergisst sie so richtig zu leben. Erst als ein charmanter junger Mann und dessen schrulliger Hund Okay in ihr Leben treten, blüht die Teenagerin so richtig auf. Doch ihre Krankheit kreist weiterhin über den beiden wie ein drohendes Damoklesschwert. Ob junge Liebe so etwas aushalten kann?

Wie hat's mir gefallen
Ohne viel Erwartungen ging ich an das recht kurze Jugendbuch heran. Die schwere Thematik wird zu Anfang scheinbar leicht aufgearbeitet, dennoch versteckt die Autorin hinter Tammies Leichtigkeit Platz für eigene Gedanken. Schon zu Beginn beschäftigen sich Protagonistin und der Leser mit dem Sinn nach dem Leben und man fragt sich, ob man wirklich jeden Moment richtig auskostet. Von da an war ich in das Buch verliebt.

Tammie hat schon mit dem Leben abgeschlossen und sammelt besondere Grabsprüche, denn sie will auf ihrem Grabstein keine belanglose Floskel stehen haben. Dabei trifft sie nicht nur auf seltsame Sprüche und ein Grabsteinrätsel, sondern trifft den altersschwachen Hund Okay und dessen sympathisches Herrchen, der sich schier Hals über Kopf in Tammie verliebt. Doch wie soll man lieben, wenn der Tod so nahe ist? Wie soll man den Sprung ins Ungewisse wagen, wenn man doch schon mit dem Leben abgeschlossen hat? Doch zum Glück bringt Fynn Farbe in Tammies Friedhofszimmer und in ihr Leben.

Die Emotionalität des Romans ist wirklich intensiv, aber anders als erwartet. Im positiven Sinne. Leider kann ich nicht wirklich mehr darüber verraten, außer dass ich geweint, gelacht und gebangt habe.


Einen kleinen Minuspunkt bringt Tammies erste sexuelle Erfahrung mit einem "unbekannten" Jungen mit sich, die ich nicht verstanden habe. Selbst in dem Alter kann man nicht so katatonisch sein um einem Jungen derart falsche Hoffnungen zu machen oder gar mit einem fast Unbekannten fast das Bett zu teilen. Doch so schnell die Szene kam, so schnell hatten die Autorin und Tammie diese Szenerie vergessen. Da diese Sequenz aber so gar nicht zum Rest der Handlung passen wollte und derart aufgesetzt wirkte, muss ich hier eindeutig einen Punkt abziehen.

Alles in allem ein schöner, wenn auch kurzer, Jugendroman, der sich mit Problemen wie Erwachsenwerden, Sterben, dem "Danach", erster Lieber, Freundschaft und Familienproblemen befasst. Auch die kleinen Nebenhandlungen sind liebreizend und geben dem ComingOfAge-Roman frischen Wind.


Cover/Buchgestaltung
Obwohl das Buch sehr hübsch ist, gefällt mir das Cover nicht so, da es so viele ähnliche Cover gibt (z.B. "All the bright places").

Für Fans von
* "Vor uns das Leben"
von Amy Harmon

* "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" von John Green

Fazit
Wer kurzweilige Bücher mit Tiefgang mag, sollte dringend zu diesem Jugendbuch greifen. Nicht nur die überraschende Handlung, sondern auch die sympathisch-realistischen Charaktere haben mich überzeugt.

Bewertung 4/5 Punkte

 


1 Kommentar:

  1. Das Buch klingt durch die Sache mit den Grabsteinen zuerst ein bisschen skurril, aber so langsam werde ich doch neugierig. Es scheint sich ja wirklich zu lohnen. Kannst du mir sagen, ob es eher durchgehend eine gedrückte Stimmung durch das Thema gibt oder es nur stellenweise traurig ist? Ein komplett bedrückendes Buch möchte ich nämlich eher nicht lesen, denke ich :D
    Liebe Grüße!

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