Sonntag, 13. Dezember 2015

[Rezension] Ich sehe was, was du nicht liebst


Ich sehe was, was du nicht liebst

 

Autor: Heike Abidi
Preis: 9,99 € (Taschenbuch)
eBook: 4,99 €
Seitenzahl: 254
Weitere Infos: Hier







Inhalt
Marlene Winter ist glücklich Hausfrau, Mutter von drei Kindern, liebende Ehefrau und kostenlose Mitarbeiterin in dem Unternehmen ihres Mannes. Erst als sie ein Wellnesswochenende mit ihrer Freundin plant, merkt sie (und ihre Familie), wie sehr sie Zuhause gebraucht wird. Aber wirklich wertschätzen können die verwöhnten Familienmitglieder dies nicht und sie verhalten sich mehr als respektlos gegenüber Marlene. Das Schicksal meint es gut mit Marlene und gibt Ihr Zeit klar zu sehen, denn sie verwandelt sie in eine unsichtbare Beobachterin. So erfährt die liebevolle Hausfrau nicht nur, was alle über sie denken, die krämpelt ihr ganzes Leben um.

Wie hat's mir gefallen 
Aber der ersten Sekunde an war mir Marlene sympathisch. Obwohl sie von ihrer Familie maßlos ausgenommen wird und ihr keiner so recht helfen oder danken will, so schuftet sie dennoch mit Hingabe und Ehrgeiz für ihre Liebsten. Selbst als sie ihr wohlverdientes Wellnesswochenende antreten will, hat sie ein schlechtes Gewissen, obwohl sie den Haushalt vorbereitet und Essen vorgekocht hat. Zuallerletzte schafft sie es, sich vor dem Wochenende zu drücken, aber das Schicksal bietet ihr dennoch eine wohlverdienste - wenn auch ungewollte - Pause und lässt Marlene unsichtbar werden. Ihre Familie ist von nun an auf sich alleine gestellt und zetert was das Zeug hält über Marlene, die rücksichtslos jede Lästerei mitanhören muss.

Auch wenn die Grundidee keineswegs neu ist, so finde ich solche Geschichten immer sehr interessant. Was denken andere Menschen wirklich über einen? Marlene könnte nicht geschockter sind. Nicht nur ihre Kinder halten sie für eine bessere Putzkraft, auch ihr Ehemann steigt in die Meckereien und Lästerein mit ein. Ich hatte solch ein Mitleid mit Marlene, die so viel Empathie in sich trägt. Nach und nach beginnt sie über ihr Leben nachzudenken. Wieso hat sie sich nie gewehrt? Wieso hat sie nie um Mithilfe gebeten?

Mir hat vor allem die Alltäglichkeit der Situationen gefallen. Jeder Leser wird sich in mindestens einer Situation wiederfinden. Jede Ehe- und Hausfrau wird Marlene verstehen können. Alles wirkt natürlich und nicht gestellt, weswegen ich jede Sekunde der Handlung geglaubt habe. Ja, so sieht Familienleben aus. Ich hoffe, dass jüngere Leser inspiriert werden mal im Haushalt anzupacken und ältere Leser Marlene als Inspiration nehmen, sich selbst zu verwirklichen. Die Grundbotschaft - nichts als selbstverständlich zusehen - ist im Hintergrund immer spürbar, dennoch droht die Autorin niemals mit dem gehobenen Zeigefinger, was mir sehr gut gefiel.

Ebenso passend war der flüssige Schreibstil, der recht jung, witzig und unterhaltend daherkommt. Wer denkt "Das Buch ist nix für junge Leute", täuscht sich gewaltig, denn ich hatte viel Spaß und habe alle Emotionen von Trauer bishin zu Wut und Glücksgefühlen mit der Protagonistin geteilt.
Klare Leseempfehlung für alle, die gerne über echte Gefühle und realitätsnahe Geschehnisse lesen.


Cover/Buchgestaltung 
Bei diesem Buch stimmt alles. Es ist sehr hübsch anzusehen, lässt sich super lesen und hat eine angenehme Schrift und Formatierung. Jeden Cent wert!

Für Fans von
* "Mieses Karma"
von David Safier
* "Marrakesh Nights"
von Heike Abidi


Fazit
Eine Geschichte über eine starke Frau, die sich zu lange versteckt und verrenkt hat, um es ihrer Familie recht zu machen. Ein Roman über eine alltägliche Familie, die die Liebe zu ihrer Mutter/Ehefrau wiederfindet. Eine Geschichte voller Witz und Emotionen.

Bewertung 4/5 


 



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