Donnerstag, 28. Mai 2015

[Rezension] Loving von Katrin Bongard

 

Loving

Autor: Katrin Bongard
Preis: 9,99 € (Taschenbuch)
eBook: 2,99 €
Seitenzahl: 296
Verlag: Oetinger
Weitere Infos: Hier









Inhalt
Ella ist ein Bücherwurm, wie er im Buche steht: sie zieht lesen Partys vor, trägt Brille statt Kontaktlinse und sowieso verkriecht sie sich am liebsten in ihrem Schneckenhaus. Nach einer scheinbar kleinen äußerlichen Veränderung, verändert sich auch ihr Inneres und schwubs auch ihr ganzes Leben. Doch es scheint ihr unmöglich, dass sie sich in den Weiberhelden Luca verliebt. Doch nicht Ella - einfach unmöglich!

Wie hat's mir gefallen
Schon nach wenigen Seiten ist man vollends in der Story drin: Bloggerin Ella verkriecht sich lieber in ihrer Bücher- und Blogwelt, als sich Jungs auf Partys zu angeln. Doch wie das Schicksal so will, verändert sich nach der AugenlaserOP alles und sie kommt in Kontakt mit Luca, dem heißen Weiberhelden der Schule. Die Story klingt nach 0815 - ist sie leider auch. Dennoch ist sie unterhaltend, flüssig und jugendlich geschrieben, sodass man mit den 296 einen schönen Lesenachmittag verbringen kann.

Ich bin etwas zwigespalten über das Buch, denn einerseits lässt es sich wunderschön und sehr flüssig lesen. Man wird neugierig gemacht und kleine Probleme lassen die Spannung nicht abflauen. Andererseits weiß man von Anfang an, wo die Handlung hinführt und man weiß ab der ersten Seite, wie das Ganze endet. Sollte einen diese Vorhersehbarkeit nicht stören, hat man viel Spaß mit dem Jugendbuch. Dennoch denke ich, dass eher die Zielgruppe 13+ angesprochen wird, als ich mit 26, denn Ella verhält sich oft sehr naiv und sehr jung. Auch die kleinen erotischen Szenen sind sehr unbeholfen, jung und ein bisschen wie fremdschämen - kommen aber sicher bei jüngerem Publikum sehr gut an.

Sehr gut, fand ich die vielen facettenreichen Nebencharaktere. Gerade Zoey, Ellas Freundin, die sich ständig neu verliebt, bringt Wind in die Handlung. Um ehrlich zu sein, hätte ich viel lieber mehr von ihr erfahren, denn Storys über das "hässliche Entlein", dass sich vom schüchternen Schulmädchen zur Ballkönigin entpuppt, kennt man leider schon zu Genüge. Es war auch teilweise nicht nachvollziehbar für den Leser, wieso Ella jetzt "cool" war, nur weil sie ihre Brille nicht mehr trägt (auch wenn dies weitere positive Nebenwirkungen nach sich zog). Nun gut, Oberflächlichkeit siegt und die Protagonistin sucht sich auch keinen pickligen Jungen, sondern den bestaussehndstens muskulöstesten Macho der Schule. Wer Klischees nicht abgeneigt ist, der hat hier viel Spaß, denn eines kann man nicht leugnen: witzig und romantisch ist der Jugendroman allemal.
Zudem war die moderne Aufarbeitung des klassischen Romans "Stolz und Vorurteil" angenehm und erfrischend.

Was ich ein bisschen schade fand, war die ganze Sache mit "Alex". Dem Leser ist aber Seite 1 bewusst, er und was Alex ist - nur Ella scheint etwas naiv zu sein. Ich finde es immer schade, wenn Autoren denken, sie müssen ihre Protagonisten so dümmlich herüberkommen lassen, damit sich der Leser so intelligent fühlt, weil er das Ganze durchschaut. Eine Bitte an alle Autoren: das geht auch geschickter, gewiefter und definitiv liebevoller. Ich war hier sehr enttäuscht, denn ich hatte immer noch ein wenig Hoffnung, dass das Ganze etwas raffinierter aufgelöst wird. 


Cover/Buchgestaltung 
Ja, das Cover ist schön und romantisch und sommerlich. Dennoch ist es eher unscheinbar und austauschbar. So gesehen passt es ganz gut zu dem Buch, das zwar unterhaltend und ganz nett ist, aber eben doch nicht heraussticht. 
 
Für Fans von
* "Kissing" von Katrin Bongard
* "Teamwechsel" von Piper Shelly
 
Fazit
Drama, Liebe und Probleme geben sich mit Liebesroman-Clichés die Hand, sodass man ein modernes Jugendbuch erhält, was zwar storytechnisch keineswegs neu ist, aber eine unterhaltende Geschichte für Zwischendurch bietet. Gerade der flüssige jugendliche Schreibstil bringen den Leser dazu, das Buch nicht mehr aus den Händen zu geben.


Bewertung 3/5

 

Kommentare:

  1. Hallo und guten Tag,

    schade, dass wohl keinen die Laser-OP stört für ein Mädel das gerade mal 17 Jahre alt geworden ist...die spendable Einstellung der Eltern .

    Wie auch die Aussage mit Brille ist man unsichtbar/hässlich ...nur ohne Brille mit Laser-OP ist man plötzlich schön und wird beachtet und die Jungs laufen einem hinterher.

    Für mich sind das Punkte, die ganz nicht gehen.

    LG..Karin...

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    1. ES soll gar nicht gehen heißen.O.K

      LG..Karin..

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    2. Ja, das hat mich sehr gestört, aber andererseits weiß ich auch wie Eltern sein können. In meinem Bekanntenkreis wurde erst einem sehr jungem Mädel eine Bauchdeckenstarffung bezahlt (noch keine 18) und heutzutage sind die Laser-OPs für Brillenträger nicht mehr sooo gefährlich und für reiche Leute locker bezahlbar. Bei manchen Sehstärken MUSS man sogar lasern - das ist nicht mehr wie vor 10 Jahren.

      Dass mit der Brille hab ich oben erwähnt ;) Hat mich auch sehr gestört

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    3. Hallo Ingrid,

      Hilfe..echt nein...in was für einer Welt leben wir nur!!!

      Da schüttle ich wirklich nur den Kopf...LG...Karin...

      Aber gut so ist es...siehe Mama werden mit 65 Jahren....

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