Mittwoch, 22. April 2015

[Rezension] The Diviners 1 - Aller Anfang ist böse


The Diviners 1

Aller Anfang ist böse

 

Autor: Libba Bray
Preis: 19,95 € (Hardcover)
eBook: 15,99 €
Seitenzahl: 704
Verlag: dtv
Weitere Infos: Hier
Leseprobe: <<Klick>> 






Inhalt
New York, 1926: Evie O'Neill hat nicht nur ein Talent zum Auffallen und einen Hang zu verhängnisvollen Abenteuern, sie hat zudem eine mysteriöse Gabe. Wenn sie einen Gegenstand anfasst, kann sie die intimsten Geheimnisse des Besitzers lüften. Diese Gabe ist Schuld daran, dass sie von der langweiligen Kleinstadt ins aufregende New York verbannt wird. Dort gibt es nicht nur zahlreiche Partys, charmante Männer und luxeriöse Ablenkungen, sondern auch eine grausame Mordserie, mit der sie enger in Kontakt kommt, als es ihrem Onkel Will lieb wäre.

Wie hat's mir gefallen

Ich gestehe, ich hatte zu Anfang des Buches meines Probleme hineinzukommen. Zu viele Protagonisten tauchten wirr auf. Auch wenn dem Leser klar ist, dass irgendwann ein Zusammenhang aufgebaut werden wird, so ist man verwirrt und etwas genervt, weil kein roter Faden ersichtlich ist. Doch hat man sich erstmal eingefuchst, passen die Figuren und Geschehnisse ineinander wie die Zahnräder in einer Uhr. Und schon verliebt man sich in den Jugendroman.

Evie ist ein Flapper, wie es im Buche steht: sie geht auf verbotene Partys zur Zeit der Prohibition, zieht sich aufreizend an, liebt Abenteuer und provoziert gerne (Ich liebe ihre sarkastische Art). Was könnte ihr besseres passieren als von nun an in New York bei ihrem Onkel Will, dem Direktors des
Museums für Amerikanisches Volkstum, Aberglauben und Okkultes, zu leben?
Im Gegensatz zu vielen anderen Lesern finde ich nicht, dass die Handlung unnötig in die Länge gezogen wurde. Man braucht Zeit um sich in den Gegebenheiten der 20er Jahre einzufinden und genau das gewährt die Autorin dem Leser. Es geht rasant von Mord zur Mord und sowohl die Verfolgungsjagd als der aufregende Showdown waren alles andere als langweilig. Ich fühlte mich durch und durch unterhalten und konnte nur selten das Buch zur Seite legen.

Libba Bray lässt uns zudem die Nebencharaktere näher kennenlernen. So mochte ich Theta erst gar nicht, doch nach einigen emotionalen Flashbacks gewann sie vollends mein Herz und ich liebe sie gleichermaßen wie die Protagonistin. Auch schafft sie ein Lovetriangle der besonderen Art: man kann sich gar nicht entscheiden, für wen sich Evie entscheiden soll. Beide Partien sind gleichermaßen anziehend und verführerisch.
Was mir zu Anfang missfiel, liebte ich gegen Ende: die Vielzahl der handelnden Personen. Erst war ich verwirrt und überfordert, doch dann dankbar. Die Charaktere sind so unterschiedlich, so lebendig und so vollmundig. Jeder ist besonders auf seine eigene Art und ich denke, dass hier viele verschiedene Arten von Lesergeschmäcken angesprochen werden, da hier wirklich für jeden etwas dabei ist - ohne das das ganze gekünstelt wirkt. Super!

Der Schreibstil ist etwas ganz besonderes, so atmosphärisch. Die Autorin geht nicht immer ins blutige Detail und gerade die vage Ahnung, mit der sie den Leser zurücklässt, ist gruseliger als jeder Tropfen Blut es sein könnte. Sie vermittelt zudem das Gefühl der 20er Jahre derart authentisch, dass man sich gleich einen Bob schneiden lassen, in einem Café EggCream trinken und auf eine verbotene Party gehen will.
Auch wenn einige Sätze abgehakt scheinen, so gebe ich euch den Tipp: lest sie langsam, mit Pausen und lasst sie euch auf der Zunge zergehen und schon habt ihr Gänsehaut und ihr hört die Tromptenmusik der 20er- Jahre oder aber ihr hört Naughty John pfeifen...

Alles in allem kann ich sagen: ich bin positiv überrascht. Ich kann nicht immer etwas mit Thrillerelementen anfangen, mochte sie hier aber sehr, da sie mit dem mysteriösen gut verwoben waren. Ich hatte Gänsehaut und richtiggehend Angst, ich habe gelacht und geweint und mein Herz schlug schnell. So viele positive Empfindungen - das kann nur ein gutes Endergebnis werden. Einen halben Punkt musste ich leider wegen des langwierigen Einstiegs abziehen. Ansonsten bin ich mega zufrieden und kann das Erscheinen des zweiten Teils kaum abwarten.


Cover/Buchgestaltung

Ich liebe das Cover. Dadurch, dass man kein ganzes Gesicht sieht, bleibt so viel Raum für die eigene Fantasy und dennoch fühlt man sich direkt in die 20er Jahre hineinversetzt.
Magisch, gefährlich und glamourös.

 

Gut zu wissen
1. Aller Anfang ist böse
2. Die dunklen Schatten der Träume
(Dez 2015)
 

Für Fans von
* "Die Stadt der besonderen Kinder"
von Ransom Riggs
* "Im Herzen die Rache"
von Elizabeth Miles

Fazit
Diese Geschichte liest man nicht, man erlebt sie. Es ist unglaublich spannend Evies Leben zu verfolgen, die Mysterien zu erforschen und den Morden auf den Grund zu gehen. Doch vor allem der atmosphärische Schreibstil und die vielfältigen Charaktere geben dem Buch das gewisse Etwas.

Bewertung 4,5/5

 



Kommentare:

  1. Tolle rezi! Ich fand evie auch herrlich und vorallem fand ich es brüllend komisch, wie sie die Tour durch das Museum geführt hat.... Naughty john... Brrr... Mir läuft es immernoch kalt den Rücken runter wenn ich an ihn denke!

    Liebst, rachel

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    1. Evie ist klasse ;) Ich liiiiebe sie. Bin gespannt auf Teil 2

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