Mittwoch, 25. März 2015

[Rezension] Irgendwann für immer


Irgendwann für immer

 

Autor: Katja Millay
Preis: 17,99 € (gebunden)
eBook: 12,99 €
Seitenzahl: 496
Verlag: Arena
Weitere Infos: Hier








Inhalt
Eigentlich schreibe ich immer meine eigenen Inhaltszusammenfassungen, doch hier ist es schwer etwas eigenes zu tippen ohne zu viel zu verraten, deswegen greife ich heute auf den Klappentext zurück:
In Nastyas Leben gibt es ein Davor und Danach. Seit dem Danach hat sie mit niemandem mehr ein Wort gesprochen – seit einem Jahr nicht mehr. Bis sie Josh begegnet. In Joshs Leben fehlt es an vielem, aber er hat sich damit abgefunden. Seitdem bleibt er für sich und ist ganz sicher nicht auf der Suche nach der großen Liebe. Bis er Nastya begegnet. Von da an ist für die beiden nichts mehr, wie es vorher war. Und damit beginnt die außergewöhnliche Liebesgeschichte von Nastya und Josh.

Wie hat's mir gefallen
 

Wenn ihr jetzt denkt: Die Story ist ein alter Schuh, wieso soll ich das Buch lesen?, so lest doch bitte ersteinmal meine Rezension und gebt mir fünf Minuten Zeit euch davon zu überzeugen, dass ihr dieses Buch lesen müsst, da es ans Herz geht, urkomisch ist und durchweg spannend war. Doch fangen wir von vorne an:

Nastya spricht nicht, das heißt aber nicht, dass sie nichts zu erzählen hat. Das zerbrechliche Mädchen macht mit ihrer äußerlich kühlen Art deutlich, wie wütend sie ist und das sie ihre Ruhe will. Doch eigentlich sucht sie Liebe, Geborgenheit und vor allem Verständnis. Sie will sich sicher fühlen, mit sich und dem Geschehenem ins Reine kommen, deswegen blüht das junge Mädchen so richtig auf, als sie auf den mürrischen Josh trifft. Dieser wiederum ist so vernarrt in seine Tischlerarbeiten, dass es fast zwanghaft wirkt. Holz ist seine große Liebe, denn Holz kann ihn nicht enttäuschen oder einfach so verlassen. Der zurückgezogene Schüler musste viel durchleben und kapselt sich bewusst von seinen Mitschülern ab, doch Nastya bleibt hartnäckig und so entwickeln die beiden eine kuriose Beziehung.

Was mir besonders gut gefiel ist, dass es sich tatsächlich lange Zeit gar nicht um einen Liebesroman handelt. Die Beziehung der Beiden entwickelt sich derart schleichend, dass man es kaum merkt, wie sie sich verlieben. Das klingt jetzt vielleicht wenig einladend, gefiel mir aber doch sehr gut. Dieses ruhige Verhalten war sehr angenehm und ich hatte viel Freude dabei zuzuschauen, wie sich Nastya und Josh beschnüffeln und kennenlernen. Denn beide tragen ein großes dunkles Geheimnis in sich, welches wie ein dunkler Schatten auf ihnen liegt.
Auch dies fand ich gut. Die Autorin gibt immer nur kleine Stücke der Vergangenheiten wieder, sodass man sich viel zusammenreimen muss. Doch wirklich weiß man erst gegen Ende was passiert ist - was auch der Grund war, wieso ich stundenlang dieses Buch gelesen habe. Ich wollte wissen, was geschehen ist. Wieso Josh so zurückgezogen lebt. Wieso Nastya nicht redet. Und was passieren wird. Denn seien wir ehrlich, so eine Beziehung steht niemals unter einem guten Stern.

Der Roman erzählt abwechselnd aus der Sicht von Nastya und Josh, was mir sehr gut gefiel. Ich liebe die Perspektivenwechsel und weiß als Leser gern bescheid, was die Protagonisten denken. Die Autorin schafft es sehr gut, dass man sich nicht nur in die musikliebende Nastya hineinversetzt, sondern gerade durch den manchmal derberen Sprachgebrauch merkt man, dass gerade Josh erzählt. Hier wurde mit viel Liebe zum Detail gearbeitet!

Alles in allem ist es kein 0815-Roman über Liebe zwischen zwei verkorksten Jugendlichen. Es geht um Verlust, Angst, Familie, Gewalt und um Panikreaktionen. Es geht um Problembewältigung, Geheimnisse, Vertrauen und was passiert, wenn sich die dunklen Schatten verselbstständigen und den Protagonisten heimtückisch einholen. 

Ich war von der ersten Seite an gefesselt und möchte das Buch liebend gerne an alle empfehlen, die emotionale Romane lieben. 
 
Cover/Buchgestaltung
 

Ehrlich gesagt ist mir das Cover zu langweilig und sagt gar nicht aus, wie grandios dieses Jugendbuch ist. Ich bin viele Male daran vorbeigelaufen und hatte nie das Bedürfnis, es in die hand zu nehmen und mich über den emotionalen und tiefgreifenden Inhalt zu informieren. Schade.

Für Fans von
* "Vor uns das Leben"
von Amy Harmon
* "Noah und Echo - Liebe kennt keine Grenzen"
von Katie McGarry

Fazit
Katja Millay hat weit mehr geschaffen als einen emotionalen und unterhaltsamen Jugendroman, denn "Irgendwann für immer" erzählt die tiefgreifende Geschichte zweier starker Protagonisten, die viel durchleben mussten und sich durchs Leben kämpfen. Gerade die sarkastische Art von Nastya hat mich überzeugt, aber auch Joshs fürsorglicher Charakter war sehr charmant.
Ein Roman, der so viel tiefer geht.

Bewertung 5/5

 

Kommentare:

  1. Hallöchen,
    das Buch kannte ich bisher noch nicht, aber deine Rezi hat mich neugierig gemacht. Ich mag es auch mehr, wenn sich eine Liebesgeschichte langsam entwickelt, als wenn sich die Protagonisten plump direkt in die Arme fallen.
    Werd das Buch auf jeden Fall im Hinterkopf behalten

    Viele liebe Grüße
    Nelly

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    1. Ja genau, dieses plumpe und zu schnelle Zusammenkommen ist so furchtbar...

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  2. Wow, das klingt ja nach einem absoluten Buchtipp. Das Buch hatte ich vorher ja noch so gar nicht auf dem Schirm. Aber nach der Rezension landet es definitiv auf meiner Wunschliste, danke für den Tipp und liebste Grüße! <3

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    1. Das liegt an dem schrecklich langweiligem Cover... ich hab es auch laaaange Zeit ignoriert, dabei war es suuper schön :)

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  3. Hi :-)
    Ich muss sagen, dass ich das Cover sehr schön finde. Mir gefallen besonders gut die Farben. :-) Ich hätte auf Grund des Covers jedoch nie gedacht, dass ein Buch ist, in dem es auch um Verlust, Angst und Panikreaktionen geht. Es sieht wirklich aus wie ein 0815 Liebesroman. Gut, dass es nicht so ist und ich deine Rezension gelesen habe! Ich werde mir das Buch merken und ggf. auf meine Wunschliste setzen.
    liebe Grüße,
    Sarah

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  4. Ich muss sagen das mich das Cover mehr anspräche als die Inhaltsangabe - problembehaftete Liebespaare sind nicht so meins. :)

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    1. Mhm das Paar hat weniger Probleme mit sich, eher mit sich selbst. Sie kommen auch lange Zeit nicht zusammen. Zusammen sind sie glücklich. Aber sie haben Probleme mit ihrer eigenen Persönlichkeit

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