Montag, 23. Februar 2015

[Gastrezension] Stranwyne Castle

Stranwyne Castle

Das trügerische Flüster des Windes

 

Autor: Sharon Cameron
Preis: 14,99 € (Paperback)
eBook: 13,99 €
Seitenzahl:347
Verlag: Egmont INK
Weitere Infos: Hier




Heute gibt es eine ganz bezaubernde Gastrezension von der lieben Steffi für euch. Ich hoffe, sie kann euch -genauso wie mich- für dieses Buch begeistern und ihr spürt, wie sehr ihr das Buch gefallen hat und was trügerisches an Cover und Klappentext ist.

 
Inhalt
Der Hauptfigur dieser Geschichte ist eine schnippische junge Frau namens Katharine, die als Buchhalterin bei der fiesen Tante Alice angestellt und auf deren finanzielle Unterstützung angewiesen ist. Um das schwindende Familienvermögen aufzubessern, betraut Alice Kathrine kurzerhand mit der Aufgabe, zum Landsitz eines Onkels zu fahren, diesen für unzurechnungsfähig zu erklären, auf dass das eigene Geld sich mehre. Wirklich begeistert ist Katharine natürlich nicht, aber die Aussicht, selbst mittellos zu werden, lässt sie ihre Skrupel zurückstellen.

Aber Stranwyne entspricht nicht den Erwartungen – ein altes Herrenhaus, mit Puppen und Uhren bevölkert, ein paar Diener, die alles andere als höflich sind und ziemlich genau zu wissen scheinen, weshalb Katharine gekommen ist. Und dann ist da natürlich Onkel Tulman, der tatsächlich etwas umnachtet wirkt.  

Buch/Covergestaltung
Das Buch kostet 14,99 EUR, ist ein großformatiges, stabiles Paperback mit 340 Seiten Geschichte. Das Cover ist matt, hübsch gestaltet.

Wie hat's mir gefallen
... und in keiner Weise zur Geschichte passend. Es macht mich immer noch ein bisschen wütend: Mit der Wahl der Umschlaggestaltung hat Egmont der Autorin wahrlich keinen Gefallen getan!

Was dem Umschlagtext nach zu urteilen als romantische Geschichte über die vom Leben gebeutelte, hartherzig gewordene Kathrine daher kommt, die dann durch die Liebe geläutert alle rettet... (Ein Eindruck, der auch von dem schmachtenden, „rätselhaften“ Blick des Covermädchens nicht gerade abgeschwächt wird.) - entspricht in keiner Weise der tatsächlichen Handlung.

Doch von vorn: Bei Inka habe ich das Buch gesehen und war interessiert, es zu lesen. Dazu muss man jedoch sagen, dass ich auch sonst vor Schund- und Schnulzenliteratur nicht zurückschrecke und gerne auch in Massen konsumiere.

Der Haken: Dieses Buch ist gar keine Schnulze. Und hat auch keine flache Handlung. Und ist nichts, was man einfach mal schnell abends runterliest!

Stranwyne Castle war mit Abstand eines der überraschendsten Bücher, die ich bisher gelesen habe.

Aufgrund meiner Erwartungshaltung war ich initial überrascht von der Schilderung der Hauptfigur. Durch das Erzählen aus der Ich-Perspektive bekommt man nicht viele Emotionen geschildert, wie das sonst bei Romanzen gern der Fall ist, sondern eher die rationalen Überlegungen des Charakters. Das trägt im Gegensatz zu anderen Geschichten eindeutig dazu bei, dass auf mich alles ein bisschen distanzierter wirkte und man selbst emotional unbeteiligter blieb. Das trägt dazu bei, dass man sich nicht wirklich mit Katharine identifizieren kann (und möchte - weil sie anfangs so eklig berechnend ist).

Das hat aber seinen eigenen Charme, denn wie gesagt – auch die Handlung ist nicht gewöhnlich und man bleibt gespannter Beobachter.

Was das Buch ganz maßgeblich von anderen unterscheidet, ist der Stellenwert, der anderen Figuren, deren Charakter und ihren Motiven eingeräumt wird. Ein bisschen ist es so, als würde Kathrine mich durch die Handlung tragen und sie bloß gelegentlich kommentieren.

Was leider im Klappentext keine Erwähnung findet, aber in meinen Augen ein ganz maßgeblicher Punkt war, der dem Buch im Verlauf seine Tiefe und die Abgrenzung zu anderen Büchern ermöglicht hat, ist, dass der besagte Onkel Tulman ein Erfinder ist.

Das schlägt bei mir definitiv eine Saite an und die Autorin schaffte es, mit den Beschreibungen die Fantasie in Overdrive zu schicken.

Aber wie vermittelt man den Rezensionslesern, welches Bild zwischen den Zeilen in deinem Kopf entsteht? Dass Szenen im Kopf Farben haben. Und dass alles irgendwie magisch ist. Auf eine mechanische Art und Weise, die nichts mit Fantastik zu tun hat, sondern tatsächlich Erklärungen haben könnte, wenn man sie denn ernsthaft haben wollte. (Aber wer will die schon.)

Fazit                                               

Kurzum, wem Steampunkt gefällt, wer ein Faible für Erfinder und unauffällige Helden ohne das ganze Drachengetöse hat, dem wird Stranwyne gefallen. Die Atmosphäre ist dicht, unaufgeregt, mitreißend. Sehr strange, sehr nicht-das-was-man-erwartet, aber echt schön.

Kommentare:

  1. Interessantes Fazit. ô.o Das macht mich irgendwie echt neugierig auf das Buch. Danke.^^

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    1. Ja, mich macht es jetzt irgendwie auch neugierig ;)

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  2. Huhu Inka,

    eine sehr schöne Rezension :)
    Du hast mich neugierig gemacht, sodass ich mir das Buch gleich morgen genauer anschauen werde :)

    Ohh und ich habe dich getaggt und würde mich freuen, wenn du mitmachen würdest:
    http://nenyas-book-wunderland.blogspot.de/2015/02/tag-wurdest-du-lieber.html


    Liebste Grüße und einen schönen Rest-Abend,
    Nenya

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