Freitag, 23. Januar 2015

[Rezension] Vor uns das Leben


Vor uns das Leben

 


Autor: Amy Harmon
Preis: 14,99 € (Taschenbuch)
eBook: 13,99 €
Seitenzahl: 384
Verlag: Egmont Ink
Weitere Infos: Hier
Leseprobe: <<klick>> 






Inhalt
Eine Unscheibare, ein Rollstuhlfahrer und ein Schönling. Diese drei können keine Freunde sein und haben so nichts gemeinsam? Das könnte man meinen, doch manchmal kommt einfach das Leben dazwischen und schon könnte die Verbundenheit nicht größer sein.
Ambrose, der Star der Schule, hält den Druck nicht mehr aus, der auf ihm lastet, und meldet sich freiwillig als Soldat. Bailey, der Junge im Rollstuhl, weiß, dass er bald sterben wird und versucht jeden Tag zu genießen und zu leben. Fern, schlau aber nicht hübsch, versteckt sich hinter Kitschromanen, denn der Junge, den sie liebt, hat sicher kein Interesse an ihr.
Drei junge Erwachsene, ein Schicksal, eine Freundschaft.


Wie hat's mir gefallen
Als ich das Buch über Ambrose, Fern und Bailey begann, erwartete ich einen HighSchool Roman über drei Jugendliche mit tiefgehenden Problemen. Ich erwartete, dass Fern verstoßen wird, Ambrose oberflächlich behandelt wird und Bailey leiden wird. Ehrlich gesagt hatte ich erwartet eine Story zu lesen, die schon hundert andere Protagonisten durchlebt haben.
Doch dann las ich immer weiter und entdeckte, dass hinter diesem schlichten Cover eine tiefsinnige Geschichte steckt, die über HighSchool-Geschichten hinaus geht. Es geht um drei Jugendliche, die erwachsen werden, die schlimmsten Probleme überstehen müssen und nicht scheitern dürfen. Es geht um Verlust, Ängste, Zusammenhalt und um Verzweifeln.

Die drei Protagonisten machen gerade ihren Abschluss, als die Handlung beginnt und der 11.September über die Welt hineinbricht. Hätte ich vorher gewusst, dass dieses Thema angeschnitten wird, hätte ich stöhnend zu einem anderen Buch gegriffen, da man dieses Thema einfach satt hat. Doch Amy Harmon schafft es erneut Mitleid zu erregen, das Thema sensibel aufzugreifen und den Leser zu animieren erneut darüber nachzudenken. Zwar wurde mir Amerika (wie so oft) zu sehr als Retter dargestellt, der die Welt von allem Übel befreien will, aber da konnte ich Stück für Stück drüber hinwegsehen. Denn es geht nicht direkt um den 11.September, sondern um einen schönen beliebten jungen Mann, dem alle Türen offen stehen und der doch den Krieg wählt. Weil er nicht anders kann. Und es geht um einen totkranken Jungen im Rollstuhl, der so gerne laufen und ringen würde, der aber doch festsitzt und versucht das beste aus seinem Leben zu machen. Wer er nicht anders kann. Und schließlich geht es um ein unscheinbares junges Mädchen namens Fern, die ihr ganzes Leben lang in den herkulesähnlichen Jungen Ambrose verliebt ist, obwohl er ihr keine Aufmerksamkeit schenkt. Weil sie nicht anders kann.

Doch was passiert, wenn diese drei durch einen schlimmen Schicksalsschlag aufeinandertreffen? Was passiert, wenn sich alles ändert?
Wow, ich war hin und weg. Ich hatte das Gefühl, ich gehe auf eine langjährige Reise zusammen mit den drei Protagonisten und begleite sie auf allen unterschiedlichen Wegen. Ich habe sehr gelitten, viel geweint und mich zugleich auch so gefreut. Ich habe über Verlust, Angst und den Tod nachgedacht. Habe mich gefragt, was wahre Schönheit bedeutet und ab wann man jemanden liebt, denn genau diese Themen spricht die talentierte Autorin an.

Dieses Buch geht an keinem spurlos vorbei, denn der faszinierende Schreibstil schafft Nähe und Realität durch seine Lebendigkeit. Ich hatte das Gefühl, ich bin Fern näher als keiner sonst und bin Baileys beste Freundin. Ich war unsterblich in Ambrose verliebt und wäre beinahe an meinem Herzschmerz zu Grunde gegangen. Das Buch geht gerade wegen seinem tollen Schreibstil sehr nah, denn die Szenen sind emotional und tiefgängig - schlichtweg schön.

Ein kleines Manko war das Thema Ringen. Für Ambrose und Bailey ist dieser Sport sehr wichtig und wird dementsprechend oft erwähnt. Leider werden kaum Regeln oder Begriffe erklärt, sodass man als Laie keineswegs hinterherkommt und das hat mich oft geärgert. Ich wusste weder wieso jetzt derjenige gewonnen hatte, noch wieso manche Mitspieler nicht mehr ringen können. Das fand ich sehr schade und teilweise auch sehr ärgerlich, hat mich aber letztendlich nicht dazu bewegt, einen Punkt abzuziehen, da es nur eine Nebenhandlung betrifft.

Alles in allem ist es ein wunderbares Buch über Liebe, Freundschaft und Verlust. Es berührt die Seele (und die Tränendrüsen) zu tiefst. Ich möchte es allen ans Herz legen, die sich so richtig verlieben möchten, aber zugleich mehr als nur eine Lovestory wollen.

Cover/Buchgestaltung
 

Eigentlich gefiel mir das Cover sehr gut, da es so mädchenhaft und herbstlich aussah, doch nach dem Lesen muss ich sagen, dass es zu schüchtern ist und dem Buch nicht die Aufmerksamkeit gibt, die es verdient.

Für Fans von
* "Ein ganzes halbes Jahr"
von Jojo Moyes
* "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" von John Green

Fazit
Ich gebe eine klare Leseempfehlung an alle, die ein Buch über Liebe, Mut, Verzweiflung und Freundschaft lesen wollen, denn die Geschichte über Ambrose, Bailey und Fern ist emotional, packend und bewegend. Sie handelt von verletzten Gefühlen, Stolz, Verlust, Tod und Kraft, aber auch von Freundschaft, Liebe und innerer Schönheit.
Ich hatte viel Spaß beim Lesen, obwohl ich viel geweint habe.

Bewertung 5/5

Kommentare:

  1. Huhu! :)

    Vor uns das Leben fand ich auch super schön und bin schon gespannt auf den neuen Roman der Autorin der dieses Jahr erscheinen wird.

    Liebste Grüße
    Nina

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  2. Huhu :)

    Letztes Jahr gab es auch auf meinem Blog schon eine Rezension zu dem Roman - ich hab mich total darin verliebt! Es hatte einfach etwas, das mich wirklich in seinen Bann ziehen konnte ;)

    Liebe Grüße,
    Marie

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    1. 'Verliebt' ist das richtige Wort. Ein tolles Buch

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  3. Hallöchen,
    hach ich muss dieses Buch auch unbedingt bald lesen. Es steht seit der Buchmesse auf meinem SuB und es sollte endlich mal davon befreit werden. Ohne Mist. Ich habe schon so viele positive Meinungen darüber gelesen. Danke, dass du mich nochmal dran erinnert hast. ^^

    Liebst, Lotta

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    1. Oh nein, lass es nicht suben (bei mir lag es auch leider zu lange rum...)

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