Freitag, 7. November 2014

[Rezension] Das Jesus Video von Andreas Eschbach


Das Jesus Video

 

Autor: Andreas Eschbach
Preis: 9,99 € (Taschenbuch)
ebook: 7,99€
Seitenzahl: 651
Verlag: Bastei Luebbe
Mehr Infos: hier







Inhalt
Bei archäologischen Ausgrabungen in Israel findet der Student Stephen Foxx in einem 2000 Jahre alten Grab die Bedienungsanleitung einer Videokamera, die erst in einigen Jahren auf den Markt kommen soll. Es gibt nur eine Erklärung: Jemand muss versucht haben, Aufnahmen von Jesus Christus zu machen! Der Tote im Grab wäre demnach ein Mann aus der Zukunft, der in die Vergangenheit reiste – und irgendwo in Israel wartet das Jesus-Video darauf, gefunden zu werden.
Oder ist alles nur ein großangelegter Schwindel? Eine atemberaubende Jagd zwischen Archäologen, Vatikan, den Medien und Geheimdiensten beginnt ...  Quelle


Wie hat's mir gefallen
Zuersteinmal muss ich gestehen, dass ich zuvor noch kein Buch von Eschbach gelesen habe. Eher durch Zufall stieß ich auf "Das Jesus Video", welches ich so oft verweigert habe. Da der Leser direkt in die Geschichte geworfen wird, ist man von der ersten Seite an absolut gefesselt. Auch wenn man sich denken kann, dass es sich bei dem Fund um das Video handeln muss, so will man doch wissen, wie das alles möglich ist, was darauf zu sehen ist und vor allem ob es ein böser Scherz ist.

Der Inhalt bleibt dauerhaft spannend und ich möchte gar nicht zu viel vorwegnehmen, denn dieses Buch lebt von den Wendungen und Überraschungen. Ich selbst bin Atheist und finde die Bibelgeschichten eher spannend als glaubhaft. Gerade solche Menschen finden sich in dem Buch wieder. Es geht nicht darum, die Leser zum Christentum zu bekehren, sondern eher um Jesus und was er für ein Mensch gewesen sein könnte. Oder gibt es so ein Video gar nicht und alles ist Teil einer großen Verschwörung?
Einziges Manko: die Auflösung. Mir war das dann doch etwas zu unspektakulär. Gerade dieser Blick in die Zukunft der Charaktere war mir zu unwirklich und zu gezwungen. Deswegen fand ich es gut, dass nach dem Blick in die Zukunft noch etwas passiert, was mich wieder mit dem Ende versöhnt hat.

Was mir wirklich gefiel, waren die vielen Personen, die zu Wort kamen. Selbstverständlich sympathisierte ich am meisten mit dem Studenten Stephen Foxx, der zwar teilweise der machohaft ist, dennoch mit einer sympathischen und selbstsicheren Art überzeugt. Er kämpft für seine Ziele, ist wissbegierig und zudem sehr mutig. Wie könnte man ihn nicht mögen?
Doch auch andere Darsteller, die scheinbar nur Nebencharaktere sind, haben mich in ihren Bann gezogen. Gerade der eher schüchterne Schriftsteller blieb mir im Gedächtnis. Auch wenn sich seine Leistungen anfangs nur auf Gedankenexperimente beschränken, so zeigt er später viel Tatendrang, Mut und Hang zum Abenteuer.
Was ich eigentlich damit sagen will: jede noch so scheinbar unwichtige Person ist in diesem Buch Teil des großen Ganzen. Jeder ist wichtig, auch wenn die Zahnräder erst Stück für Stück ineinander greifen. Gott, ich liebe so etwas! Der Autor verteilt hier und da Brotkrumen und erst am Ende des Weges merkt man, wie wichtig jeder Krümel war und wie gut alles zusammenpasst.

Letztendlich komme ich mal zum Schreibstil, den ich sehr mochte. Eschbach schreibt ausführlich ohne langatmig zu werden, detailliert ohne abzuschweifen. Mir gefiel die Länge des Buches, denn dadurch bekommen die Charaktere eine besondere Tiefe. Sie leben nicht nur in der gegenwart, sondern haben eine Vergangenheit und eine Zukunft. Das fehlt mir zur Zeit in vielen aktuellen Büchern. Auch wenn mir manche Beschreibungen manchmal etwas zu lang schienen, so passten sie dennoch gut in das Buch hinein. Ich habe erst nicht verstanden, wieso er sich in einigen Beschreibungen so verliert, aber nach und nach merkte ich, das diese Beschreibungen wichtig sind, um sich im für mich ungewohnten Jerusalem und Co. zurecht zu finden. Eschbach schafft dadurch eine Grundstimmung, sodass man sich fühlt als wäre man bei der Ausgrabung dabei. Einfach herrlich.

Was nicht als Makel anzusehen ist, aber dem Leser heutzutage sicher ein Schmunzeln ins Gesicht zaubert, sind die technischen Beschreibungen. Was damals noch wie eine Zukunftsvision klang und sicher atemberaubend war, ist für uns heute veraltet. Oft musste ich schmunzeln, wenn von tragbaren Telefonen und Internet gesprochen wurde. Das soll keineswegs ein Kritikpunkt sein - ich will die technikversierten Leser nur vorwarnen.

Insgesamt ein atemberaubend gutes Buch, das an keiner Stelle seine Spannung verliert. Ich hatte selten so viel Spaß mit einem Thriller und bin absolut angefixt auf Band 2 "Der Jesus Deal". Vor allem die vielen verschiedenen Charaktere haben es mir angetan. Unbedingt lesen!


Cover/Buchgestaltung

Ich habe eine alte Ausgabe von 2000, die ich persönlich sehr düster und hübsch zu gleich finde. Man fragt sich: Wer sind die Menschen auf dem Bild und was haben sie mit dem Buch zu tun?

Gut zu wissen
 

Dieses Jahr erschien die Fortsetzung "Der Jesus Deal".
2002 wurde "Das Jesus Video" mit Matthias Koeberlin verfilmt. Man sollte sich definitiv den Film erst nach dem Lesen ansehen, da der Film ein eigenes und anderes Ende hat - was ich persönlich nicht verstehe.

Fazit

"Das Jesus Video" ist ein spannender Thriller um ein Video, das es gar nicht geben dürfte. Actionreiche Szenen, Verschwörungstheorien und Verfolgungsjagden wechseln sich ab mit wissenschaftlichen Experimenten, Ausgrabungen und historischen Entdeckungen. Auch wenn ich mir das Ende spektakulärer vorgestellt hätte, so hatte ich auf jeder Seite viel Spaß beim Lesen und konnte den Pageturner kaum aus der Hand legen.

Bewertung 4/5




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