Samstag, 8. März 2014

[Rezension] Warm Bodies / Mein fahler Freund

 

Titel: Warm Bodies (Mein fahler Freund)

 

Autor: Isaac Marion
Preis: 9,95 € (Taschenbuch)
Seitenzahl: 299
Verlag: Klett Cotta
Weitere Infos: Hier










Inhalt
Zombiebücher sind was für Jungs? Blödsinn! R ist der wohl charmanteste und attraktivste Zombie in der Geschichte postapokalyptischer Bücher. Wie jeder anderer Zombie verbringt er seine freie Zeit mit Herumstehen, Versuchen sich zu erinnern (was leider selten klappt) und Stöhnen. Auch wenn R menschlicher wirkt wie andere Zombies, so muss er doch fressen. Auf einem seiner Raubzüge trifft er auf Julie, die schreckliche Angst vor ihm hat. Muss sie auch, schließlich hat R gerade das Hirn ihres Freundes verschlungen. Doch irgendetwas reizt R an Julie; er beschützt sie und verliebt sich unsterblich in sie. Welch Ironie, denn R ist schon tot.

Wie hat's mir gefallen
Das Buch beschreibt ein sehr heikles Thema. Einerseits geht es um den nachdenklichen und philosophischen R, der noch nicht ganz so sehr verwest ist, wie seine Zombiekumpanen. Er versucht wenigstens sich zu erinnern, dem entgültigen Zombiedasein zu entfliehen. Andererseits gibt es die wenigen menschlichen Überlebenden, die zu zurückgezogen in ummauerten Stadien wohnen und die Lage aussitzen. Was passiert, wenn diese zwei Parteien aufeinandertreffen zeigt dieses Buch.

Das Buch wird aus der Sicht von R, dem fast-namenslosen Zombie erzählt. Sein Körper verwest und er kann sich nicht mehr ausdrücken, doch sein Geist ist mehr als in Takt. Seine Gedankengänge sind derart intelligent, hinterfragend und philosophisch das man allein daraus ein ganzes Buch hätte machen können. Von Anfang an war mir R sympathisch und ich habe mich oft gefragt, wer er wohl früher war. Tatsächlich fehlte mir schlussendlich ein bisschen der Rückblick, aber das ist wohl eine Konsequenz der schlimmen Katastrophe.

Wirklich überzeugt hat mich der Schreibstil. Das Buch ähnelt sehr dem Film (wie sehr, könnt ihr hier nachlesen), deswegen war mir die Story bereits bekannt. Der Schreibstil allerdings ist derart tiefgründig, das man sich Zeit nehmen sollte beim Lesen. Wer einfach nur das Buch überfliegt, wird wenig Spaß haben am Klang vieler Sätze oder an den philosophischen Fragen. Oft habe ich nur wenige Kapitel am Stück gelesen und habe sie auf mich wirken lassen. Schockierend.
Kleiner Minikritikpunkt: wer sich einfach nur unterhalten lassen will, ist sicher an einigen Stellen gelangweilt oder kommt nicht gut voran. Dieses Buch sollte man nicht in Eile lesen!

Aber keine Angst, neben den schockierenden Momenten gibt es auch viele sehr emotionale Momente, die sicher viele weibliche Leser anspricht. Eine Liebesgeschichte zwischen einem Zombie und einem Menschen schien bis zu diesem Buch unmöglich, doch der Autor haucht R so viel Leben ein, dass man sich als Leser gleich mitverliebt. Eine schöne Neuerzählung von Shakespeare's "Romeo und Julia".

Cover

Ehrlich gesagt hätte ich es besser gefunden, wenn nicht das Filmcover auf dem Buchcover ist. Man hat das Gefühl man liest das Buch zum Film (tatsächlich gab es aber das Buch zuerst und Bücher zu Filmen sind etwas anderes - ihr wisst sicher, wie ich es meine). Andererseits finde ich es doch sehr cool gemacht, dass das Filmcast auf der Rückseite des Buches schriftlich abgedruckt wurde.

Wieso gekauft

Ehrlich gesagt wollte ich das Buch schon vor dem Film lesen, es geriet dann aber irgendwie in Vergessenheit. Dann hatte ich wieder Lust auf den Film, die DVD aber nicht zur Hand und habe mich spontan für die Printvariante entschieden und es nicht bereut.

Gut zu wissen
Jemandem der wenig liest, würde ich abraten Film UND Buch zu konsumieren, denn inhaltlich sind sie sich sehr ähnlich (so etwas habe ich vermutlich noch nie erlebt). Wer aber Bücher mag, sollte es unbedingt lesen, da es sprachlich wirklich außerordentlich gut ist. Hier geht es zur Filmreview.

Für Fans von
- "Bis(s) zum Morgengrauen" von Stephenie Meyer

Fazit 

Wer den Film noch nicht kennt, sollte unbedingt zum Buch greifen, denn es überzeugt durch einen grandiosen Schreibstil, wunderbare Charaktere, ironisch-witzige Szenen und eine schöne Liebesgeschichte. Ich bin selbst ein wenig verliebt in meinen fahlen Freund. 

Bewertung:
Eine solide 4 mit Tendenz zur 4,5



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