Montag, 17. März 2014

[Rezension] Die Flüsse von London

 

Titel: Die Flüsse von London

 

Autor: Ben Aaronovitch
Preis: 9,99 € (Taschenbuch)
Seitenzahl: 480
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag
Mehr Infos/Bestellen: Hier










Inhalt
Peter Grant ist ein junger Police Constable und soll eigentlich seine Karriere am Schreibtisch beginnen. Doch da geraten er und seine Kollegin Lesley in einen brutalen und mysteriösen Mordfall. Zu allem Übel ist Peters einziger Zeuge ein Geist. Zum Glück gibt es da aber einen Polizisten, der seine Geschichte glaubt – Nightingale. Und so wird Peter vor dem Schreibtisch gerettet, landet aber in einer Welt voller Zauberei und magischer Wesen. Als ob die Ausbildung zum  Zauberer nicht genug wäre, muss er weiterhin den Mordfall lösen und einen Streit zwischen den Themse-Göttern schließen.

Wie hat's mir gefallen
Vorweg muss ich gestehen, alles, was ich über dieses Buch wusste, waren die Informationen, die auf dem Buchrücken standen. Ich ging also davon aus ein spannendes Jugend-Fantasy-Buch in den Händen zu halten. Entsprechend überrascht war ich vom Schreibstil des Autors. Obwohl alles sehr einfach geschrieben ist, da es die Sicht von Peter selbst wiedergibt, und dadurch durchaus jung wirkt, sind Wortwahl und Inhalt manchmal doch überraschend erwachsen. Natürlich ist Peter ein erwachsener Mann, mir war es dennoch manchmal etwas zu viel, wie häufig er von seinen erotischen Fantasien erzählt oder wie detailreich er Verletzungen beschreibt. Wie genau er die Grausamkeiten beschrieb, erinnerte mich schon teilweise an Stephen King.

Der Mordfall und seine Verwirrungen in die Geisterwelt, gespickt mit Intrigen, war grundlegend durchaus spannend. Ich habe mich ein paar Mal dabei erwischt, eigene Theorien anzustellen, so wie es bei einem Krimi sein muss. Allerdings ist das Buch nun einmal aus Peters Sicht geschrieben und dieser ist ein Mensch mit einer geringen Aufmerksamkeitsspanne. Entsprechend schnell werden spannende Szenen abgetan und man landet in einer erneuten Nebenhandlung, welche wiederum auch zu kurz kommen. Der gesamte Part der Flussgötter wirkt als wäre er nur zum füllen der Seiten da. Er gibt die nötige kleine Einführung in die Welt der Fabelwesen, bringt die Handlung aber so gut wie gar nicht voran. Von Fabelwesen kann man hier auch nicht wirklich reden, die Flussgötter und Nymphen waren ganz normale Menschen, die einfach lange Tauchen und ewig leben können. Da fehlte stellenweise der Zauber. Der Spagat zwischen Krimi und Fantasy war nicht immer gelungen, es hätte noch besser ineinander greifen können.

Als sich endlich langsam ein Bild der Verschwörung ergibt und klar wird, dass Peter von einer ihm nahe stehenden Person betrogen wird, kommt zwar Spannung auf, wird aber bald von Verwirrung überdeckt. Teilweise verlor ich den Überblick welcher Geist nun in wem steckt und wer hier eigentlich der Böse ist. So schnell wie die Themenwechsel bei Peter erfolgen, erfolgte auch das große Finale. Schwups, war der Böse festgenommen.

Begeistert war ich allerdings wieder davon, wie gut auch in diesem Buch der Lifestyle Londons rübergebracht wird. Man sieht jedes Bauwerk direkt vor sich und fühlt sich gleich britisch. Auch eine gewisse Art britischen Humors, kam bei Peter durch, was wirklich erfrischend und unterhaltsam war.
 
Cover

Das Cover hat mir sehr gut gefallen. Ehrlich gesagt, war das auch der Grund, wieso ich mir das Buch näher ansah. Die Schrift ist schön verschnörkelt und sticht als Relief hervor. Der Kartenausschnitt und die Lupe verdeutlichen den Krimi-Charakter und verraten gleich den Tatort – sehr kreativ.

Gut zu wissen
 
„Die Flüsse von London“ ist eine Buchreihe. Es sind noch drei weitere Bände erschienen, die bis auf Band 4 (erscheint im Mai diesen Jahres) alle als Taschenbuch (9,95€) oder eBook (8,99€) erhältlich sind. 
1.                  Die Flüsse von London 
2.                  Schwarzer Mond über Soho 
3.                  Ein Wispern unter Baker Street 
4.                  Der böse Ort

Für Fans von 
-                    „Flavia de Luce“ Alan Bradley 
-                    Harry Potter 
-                    London, Krimis und Zauberei

Fazit

Di
e grundlegende Idee finde ich klasse - Zauberei und Fantasy meets Krimi. Das Buch liest sich auch einfacher ein reiner Krimi, es gelang ihm aber nicht die ständige Spannung und das Bedürfnis des eigenen Rätsel-Ratens über längere Strecken aufrecht zu erhalten. Auch fühlte man sich nicht ganz in eine andere Welt versetzt, wie es mir häufig bei Fantasy geht. Dennoch war das Buch unterhaltsam und hatte viele gute Ansätze, die hoffentlich in den folgenden Bänden besser umgesetzt werden.

Bewertung: 3/5

 

Kommentare:

  1. Klingt nach einem guten Buch. Bleibt mir nur noch die Frage, warum da oben Gast-Rezension steht. Bezieht sich das darauf, dass das Buch geliehen (?) ist? Oder hat die Rezension ein Gast verfasst?
    Liebe Grüße und noch einen schönen Abend :)

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    1. Eine befreundete bloggerin hat den beitrag geschrieben

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  2. Hast du die folgenden Bände auch gelesen? Ich habe selber den ersten Teil gelesen und mir gefällt die Idee, hab aber die Umsetzung als nicht besonders spannend empfunden. Jetzt bin ich am überlegen, ob ich mir den nächsten Band noch kaufen soll...
    Danke und liebe Grüsse!

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