Dienstag, 25. Februar 2014

[Rezension] Der Anfang von Danach

 

Titel:  Der Anfang von Danach

 

Autor: Jannifer Castle
Preis: 18,90 € (Hardcover)
eBook
: 12,99 €

Seitenzahl: 416
Verlag: Carlsen
Weitere Infos: Hier
Leseprobe: <<klick>>






Inhalt
Laurels Leben ist absolut normal: der Nachbarsjunge nervt, Hausaufgaben müssen gemacht werden und Familienessen sind anstrengend. Doch an einem Abend soll sich das Leben der Teenagerin um 180° drehen. Bei einem Autounfall kamen ihre Eltern ums Leben. Es sollte nur eine kurze Fahrt zur Eisdiele sein, doch diese endete Verhängnisvoll. Auch die Eltern von David, dem Nachbarsjungen, saßen im Auto. Seine Mutter war sofort tot, der Vater liegt im Koma.
Die beiden ungleichen Jugendlichen versuchen auf unterschiedliche Weise den Weg zurück zur Normalität zu finden. David flüchtet, Laurel zieht sich zurück. Kann man nach so einem schrecklichen Ereignis je wieder Spaß haben? Werden einen alle anderen jetzt immer mit Samthandschuhen anfassen? Langsam tastet sich Laurel an ein Leben ohne Eltern und ohne Bruder heran und lernt dabei den unnahbaren David näher kennen.

Wie hat's mir gefallen
Laurel bekommt den Schock ihres Lebens, als sie von dem tragischen Unfall hört. Vier Menschen kamen bei dem Autounfall ums Leben, einer liegt im Koma. Nun muss sie nicht nur die Trauer überwinden, sondern auch viel Verantwortung übernehmen, Entscheidungen treffen und vor allem: das Leben "Danach" überstehen.

Die Protagonistin des Buches ist Laurel. Sie büffelt gerade für ihre Universitätszulassungen und führt ein ganz normales Teenagerleben. Trotz des tragischen Unfalls geht sie relativ nüchtern mit der Sache um und scheint etwas unterkühlt. Ich kann sie sehr gut verstehen, ich würde auch so reagieren. Dennoch wirkt das alles nicht stimmig, man erwartet immer einen großen Gefühlausbruch, wochenlanges Weinen und/oder trotzige Reaktionen. Bis auf einen kleinen Ausrutscher wirkt Laurels Verhalten zu gestellt, zu kühl und deswegen konnte ich einfach nicht mit ihr warmwerden. Auch wenn man kein Mensch ist, der gern Gefühle zeigt, hätte man mehr auf Laurels innere Gefühlswelt eingehen können.

David spielt in den Büchern auch eine wichtige Rolle. Ich mochte ihn von Anfang an, auch als er noch der rauchende Raufbold von nebenan war. Er konfrontiert sich nicht mit der Situation sondern verlässt immer wieder Laurel, die Stadt und läuft vor seinen Problemen davon. Verständlich, aber ich hätte gedacht das er irgendwann die starke Schulter an Laurels Seite wird und sich irgendwann der Verantwortung stellt.

Das Buch hat einen besonderen Inhalt und bewegte mich wirklich sehr. Auch der Schreibstil war nicht schlecht, aber irgendetwas wirkte immer unstimmig. So sehr ich versuchte mich mit Laurel anzufreunden, sie schien immer sehr unnahbar und nicht greifbar. Dadurch hatte ich große Einstiegsprobleme und wurde nie richtig warm mit der Handlung. Immer wenn ich dachte, jetzt kommt eine Wendung, wurde die aufkeimende Hoffnung abgewürgt und es passierte genau nichts. Laurel engagierte sich sehr in der Tierklinik, weswegen man hoffte zu hören, dass sie eine eigene Tierarztpraxis eröffnen will. Des Weitere trifft sie sich mit zwei vielversprechenden "Partien" und auch dies scheint sich im Sande zu verlaufen. Somit war das Ende für mich derart unbefriedigend, dass ich recht enttäuscht war.

Alles in allem ist es ein schönes Buch über Trauer, Verantwortung und das Leben "Danach". Die Handlung plätschert zwar für meinen Geschmack etwas zu seicht und ohne erkennbaren Höhepunkt dahin, dennoch ist das Buch ganz nett für zwischendurch und unterhält auf leiser Ebene.

Cover
Ich mag nicht nur das Mädchen auf dem Buchdeckel, sondern vor allem den durchscheinenden Umschlag - das scheint gerade Mode zu sein und gefällt mir sehr gut. Denn auch Laurel sieht jetzt die Welt eher schleierhaft und verschwommen. Sehr passend!

Wieso gekauft

Da ich jetzt einige Bücher gelesen habe, die sich mit dem Tod beschäftigen, war ich sehr gespannt, wie mir dieses Buch gefallen würde. Das zurückhaltende stilvolle Cover war dabei sehr ausschlaggebend.

Gut zu wissen

Das Buch ist in sich abgeschlossen und gehört zu keiner Reihe.

Für Fans von

- "Es wird keine Helden geben" von Anna Seidl

Fazit

"Der Anfang von Danach" ist ein eher leises Buch mit überzeugendem Inhalt, echten Problemen, aber einem leider unbefriedigendem Ende. Laurel und David versuchen auf ihre Art zu Trauern, doch scheinen sie sich eher gegenseitig im Weg zu stehen als einander zu helfen. Ein Buch mit Potential, welches leider kleine Makel hat.

Bewertung 3,5/5



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