Donnerstag, 20. Februar 2014

[Blogtour] Kissing - Die ersten eigenen vier Wände

 Am Montag habe ich euch bereits das Buch "Kissing" von Katrin Bongard vorgestelt.

Es thematisiert Homosexualität, Freundschaft, (die erste) Liebe, aber auch Probleme im Alltag. Die Eltern von Emmy lassen sich gerade scheiden und sie ist der Fels in der Brandung ihrer Mutter. Sie steht ihr immer bei, geht mit ihr ins Kino, kocht mit ihr. Die 21-Jährige Studentin wohnt noch immer Zuhause, doch der Wunsch nach einer eigenen Wohnung drängt sich immer mehr auf.

Ich thematisiere in meinem heutigen Themenbeitrag die erste eigene Wohnung. Ich selbst bin mit 18 zum Studium ausgezogen und kenne sehr gut die ersten Stufen.




Die sechs Stufen der eigenen Wohnung

Stufe 1: Der Auszug

Hier muss man unterscheiden, ob die Wohnung 600 km entfernt ist oder wie bei mir nur 42km. Zieht man sehr sehr sehr weit weg, nimmt man meist Sack und Pack seines Kinderzimmers und verlässt Muttis Schoß. Egal ob weite oder kurze Entfernung: in Phase eins ist der Kontakt zur Heimat, egal ob zur Familie oder zu Freunden sehr hoch. Wann immer sich die Möglichkeit ergibt, besucht man seine Liebsten. Seien es Feiertage, Ferien oder ein verlängertes Wochenende.

Stufe 2: Im neuen Ort eingwöhnen

So sehr man es möchte, man kann dann doch nicht jedes Wochenende heimfahren. Eine Studienarbeit steht an oder es muss für einen Lehrgang gebüffelt werden. Oder der Sprit ist alle. Das erste Wochenende alleine in der neuen Wohnung steht an. Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass der Großteil sich nicht eine riesige Wohnung alleine leisten kann, sondern das die meisten im Wohnheim, WGs oder ähnlichem zu Anfang wohnen. Alles ist ungewohnt, gerade die Wohnung mit fremden Leuten zu teilen. Andererseits sagt einem niemand, was man zu tun und zu lassen hat. Man kann auch mal bis nachts um 4 wach sein, nächste Woche erst putzen oder mitten in der Woche weggehn. Sau raus lassen ist angesagt.

Stufe 3: Resignation


Mama hatte doch recht. Spätestens nach einigen Wochen merkt man, dass die Regeln Zuhause ihre Gründe haben. Ist man bis nachts um 4 wach, fällt einem das aufstehen um 7 Uhr immer schwerer. Putzt man erst nächste Woche, stapelt sich das Geschirr und man fühlt sich nicht mehr wohl in der Wohnung. Lustigerweise verfällt man nach kurzer Rebellion wieder in alte Muster und Muttis Erziehung wird auch in der neuen Wohnung übernommen.

Stufe 4: Endlich eingelebt


"Schätzchen, du warst drei Monate nicht mehr Zuhaus - ich weiß gar nicht mehr wie du aussiehst" jammert Mutti am Telefon. Was drei Monate?? Was ich nicht letztes Wochenende Zuhause? Nach einigen Monaten hat man sich so an seine neue Heimat, die neuen Freunde und die neue Umgebung gewöhnt, dass man Zuhause nicht mehr so arg vermisst, wie zu Anfang. Was ist Zuhause? Die neue Wohnung oder die alte Wohnung bei Mutti? Vermutlich beides, denn auch die neue Heimat ist nun ein Zuhause geworden.

Stufe 5: Krach mit den Mitbewohnern

So schön WGs sind, irgendwann kommt es zum Krach. Einer putzt nicht richtig, einer verbraucht zu viel Strom, einer macht zu viel Krach, einer macht zu hart Party. Das kann natürlich Jahre dauern, bis man dahin kommt, aber irgendwann ist man der WG leid. Vielleicht gibt es nicht einmal einen Grund und nur die Grundsituation hat sich geändert: Lehre/Studium wurde absolviert und nun verlangt es nach einem neuen Lebensstil.

Stufe 6: Die erste eigene Wohnung


Nun wird eine Wohnung gesucht. Keine WG. Keine Untermiete. Kein Wohnheim. Man will endlich nachts um 2 Uhr in Ruhe schlafen und nicht von den Mitbewohnern geweckt werden. Vielleicht will man sogar mit dem Lebenspartner ein gemeinsames Leben in einer gemeinsamen Wohnung beginnen. Nun wird die erste gemeinsame Wohnung gesucht. Was der Anspruch für das erste Zimmer außerhalb von Muttis Wohnung gering, sucht man nun nach gewissen Dingen: Balkon, Parkplatz, Abstellraum, Altbau. Uffz, das kann dauern. Ein Besuch beim Makler steht an, zwei Renovierungen (alte und neue Wohnung), Umzug. Doch ist erst der letzte Karton ausgepackt, das letzte Möbelstück am richtigen Ort und man kann sich entspannt zurücklehnen, weiß man: ein neuer Lebensabschnitt kann beginnen mit einer eigenen Wohnung, ohne ständig nach Hause zu pendeln. Das neue Zuhause wurde gefunden.

Na, was denkt ihr darüber? Passt das ganz gut oder habt ihr ganz andere Erfahrungen gemacht?

Natürlich gibt es auch etwas zu gewinnen:

Gewinnspiel


Das sind eure Gewinne: * 5x die Printausgabe zu "Kissing"
                                     * 3x Red Bug Shirt
                                     * 3x Ohrringe



Was müsst ihr dafür machen?


Beantwortet mir via Kommentarfunktion ob ihr Zuhause ausgezogen seid oder noch Zuhause wohnt und jeweils, wieso. Seid ihr mit eurer Wohnsituation zufrieden? Ist euch das Auszug (oder eben das dort Wohnen bleiben) schwer gefallen?


Ausgelost wird am Ende der Blog-Tour, also am 24.02. von Red Bugs Books unter allen Kommentierenden der Blogtour. Bitte reicht eure Kommentare bis einschließlich 18 Uhr am 23.02. ein. Alle späteren Kommentare werden (jedenfalls auf diesem Blog) nicht mehr berücksichtigt.

Hier findet ihr die restlichen Daten der Blogtour.

Kommentare:

  1. Guten Morgen,

    Mein Auszug war in 2010. Ich bin damals mit meinem Freund zusammengezogen. Eine schnuckelige kleine Wohnung, die sich leider zu einem Alptraum entwickelt hat. Nach zwei Jahren gab es dann zum Glück was Neues und jetzt gibt es nichts schönes mehr für mich, als im Sommer im eigenen Garten zu liegen und die Sonne und das Zwitschern der Vögel zu genießen.

    Ich freue mich immer, wenn ich meine Eltern besuche, will aber meine Unabhängigkeit nicht mehr missen.

    Ich hatte damals zum Glück, keine große Eingewöhnungszeit, da meine Freunde alle schon da waren :-)

    Liebste Grüße
    Nicole

    e-Mail: info@buchstaben-junkie.de

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    1. Ja genau, Unabhängigkeit und doch die Freude nachhause zu kommen - das ist genau die richtige Mischung ! :)

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  2. Hi Ingrid,
    interessanter Beitrag. Ich habe mich nur die ganze Zeit gefragt, wo ist denn dein Vater in der Geschichte? Bei uns hat der nämlich immer gekocht und das hat mir dann beim Ausszug gefehlt (irgendwann kann man die Aufbackpizzen nicht mehr sehen ...). Aber die eigene Wohnung ist schon der Wahnsinn. Best! Randy
    (Sehe gerade, dass wir dir noch gar nicht followern ... werde ich mal gleich nachholen.)

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    1. Mein Vater ist ein 80h Workaholic ;) Den habe ich früher nur sehr selten gesehen
      Ich habe versucht meine eigenen (durchaus schlechten Erfahrungen) mit WGs etwas in den Hintergrund zu stellen und habe mich vorab mit vielen Kommolitonen unterhalten, wie sie es sehen, dass ein halbwegs objektiver Beitrag zu stande kam ;)

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  3. Hey =)
    ich wohne mit 15 Jahren noch bei meinen Eltern (gehe also noch in die Schule und eine eigene Wohnung ist da eher nicht drin).
    Ich war jetzt aber ein halbes Jahr im Ausland und hab in einer Gastfamilie gelebt. Je nachdem wie man es sieht, hab ich also für dieses halbe Jahr in einer WG gelebt.
    Ich hatte relativ wenig Kontakt zu meiner Familie, gelegentlich hab ich mit meiner Mutter über facebook geschrieben, ein paar Mal wollte meine kleine Schwester mit mir skypen, aber sonst hat sich der Kontakt echt in Grenzen gehalten.
    Jetzt bin ich wieder zurück und mir fehlt ein kleines Stück Freiheit. Ich hatte im Ausland zwar auch Gasteltern, die mich ähnlich wie meine Eltern behandelt haben. Aber dieses Gefühl, nicht mehr mit den eigenen Eltern unter einem Dach zu leben, das fehlt mir.
    Ich weiß aber noch nicht, ob ich direkt nach dem Abitur ausziehen werde, weil ich ja dann Miete zahlen müsste, den Haushalt machen usw. Aber die Freiheit wäre es schon wert ;)
    Liebe Grüße
    Lioba

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    1. Oh wow, du warst schon im Ausland und das so jung - ich bin echt buff. Ja, eine eigene Wohnung bringt Vorteile, aber auch Verantwortung, Arbeit und Kosten ;)

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  4. Hallo Inka,

    Ich bin 1984 von Zuhause ausgezogen mit 20 Jahren und der Umzug war gleich ueber 1500km von Finnland nach Deutschland um hier meine Ausbidung zu machen.Ich bin in einem Internat gelandet und war froh um diesen Umstand.Wir waren dort ueber 100 Mädchen und die wenigen Jungen durften in der Stadt wohnen..ohne uns wohlgemerkt.Ich hatte immer jemanden als Ansprechpartner und die Zeit war eine meiner tollsten ueberhaupt...

    Einen schönen Beitrag hast du geschrieben !

    Liebe Gruesse Karoliina (LovelyBooks)

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    1. Oh wow, gleich nach Finnland. Das war sicher hart oder???

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  5. Hallo und guten Morgen,

    nun ich bin mit 18/19 Jahren von zu Hause ausgezogen mit meinem damaligen Freund. War ne spannenden und lehrreiche Zeit.

    Eine Wohnung unter dem Dach , im Winter kalt im Sommer heiß..eine Küche ohne Fenster, zwei Auszubildende mit wenig Geld.

    Aber die Liebe und das wir gehören jetzt zusammen hat vieles wett bemacht!

    LG..Karin..

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    1. Wow, das klingt wie aus einem Buch ;) Sehr toll!!

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  6. Hallo meine Liebe!

    Ich bin mit 16 nach dem Realschulabschluss für meine Ausbildung ca 100 km weg gezogen.
    Da hieß es dann jedes Wochenende "Heimaturlaub" :) nach 3 Jahren Ausbildung kam ich dann wieder zurück und bin bei meinen Eltern aufs Gundstück in ein kleines Hinterhäuschen gezogen. Vor 3 Jahren kam mein Freund dann auch noch mit in die Wohnung und wir 4 (5 mit meinem Bruder) kommen alle super klar. Jeder hat sein eigenes Reich, und wenn wir uns sehen wollen geht das auch. Kann mir gar nicht vorstellen nochmal soweit weg zu wohnen wie zu meiner Ausbildung :D

    Viele liebe Grüße
    Nicole

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    1. Oh wow, mit 16 schon wegzumüssen ist sicher mega hart... Ich finde es toll, dass ihr alle zusammen wohnt und doch eure Freiheiten habt. Absoluter Traum ;)

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  7. Hallo Inka,
    ich bin erst mit 24 von zu Hause ausgezogen. Die Wohnung lag direkt unter dem Dach und zwei kleine Katzenbabys hielten mit Einzug, denn so ganz allein wollte ich auch nicht sein.
    Kurios war, dass ich nur 14 Tage später meinen Mann kennen lernte. Da dieser damals noch in einer anderen Stadt gearbeitet und gewohnt hat, führten wir über ein Jahr lang eine Wochenendbeziehung. Danach sind wir zusammen in sein Elternhaus gezogen und es hat bis heute gehalten.

    LG Anja

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  8. Ich bin 21 Jahre alt und wohne noch zu Hause bei meinen Eltern.
    Meine Ausbildung ging fünf Jahre,es gab kein Lehrlingsgeld da es eine schulische Ausbildung war, daher bin ich erst 8 Monate ausgelernt und spare jetzt für eine eigene Wohnung ,die hoffe doch in naher Zukunft kommen wird. Ich bin noch Single und möchte erstmal eine feste Arbeit finden,dann geht die suche los^^

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  9. Hallo, also bei mir war das so: zuerst einmal wollte ich nicht ausziehen,doch ich musste die Wohnung verlassen, wo ich seit meiner Kindheit her gewohnt hab. Die Gegend war mir echt vertraut geworden nach all der Zeit und ich kannte alle in der Gegend. Auch der Weg zum Bäcker oder zum Center war nicht weit weg und zu Fuß sehr bequem zu erreichen.
    Dann kam die Wohnungssuche, das hat echt lange gedauert da es immer etwas gab was nicht ging, entweder war die Gegend nicht toll oder man fand einfach nichts. Dann endich hab ich etwas gefunden, doch der Weg war sehr weit und der Bsverkehr war nicht so doll!!
    Trotzdem habe ich mich entschieden dort zu wohnen und bin engezogen.
    Schwierigkeiten gab es beim Einzug nur der ganze Transport vom alten Heim ins neue, as hat gedauert. Das einrichten war dann nicht so schwer doch sich an die Gegend gewöhnen ist eine Sache.
    Trotzdem habe ich mich mit der Zeit an die Gegend hier dran gewöhnt und gehe ab und zu ach wieder in die Gegend zurück um meine alten Freunde zu besuchen
    LG
    a.tu_23@hotmail.de

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  10. Hallo,

    als Mutter von 4 Kindern wohne ich natürlich mit meiner Familie zusammen. Ich bin aber schon in jungen Jahren bei meinen Eltern ausgezogen, weil ich schon immer sehr selbständig war und alles für mich allein erledigen wollte.
    LG von Elke

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  11. Hallo,
    ich bin mit 23 in meine erste Gemeinsame Wohnung mit meinem Freund gezogen, allerdings direkt über die Wohnung meiner Eltern ;D, die hatten gebaut und da hat es sich ergeben „Mietfrei“ zu Wohnen. Die Wohnung steht heute noch genauso da wie ich sie verlassen habe denn mit 25 habe ich geheiratet und nun meine erste richtige Wohnung, allerdings in den USA ;) denn ich Lebe mit meinem Mann nun dort (allerdings nur für 3 Jahre, weswegen meine Wohnung in Deutschland auch so geblieben ist). Hier gefällt es mit sehr gut, es ist nicht weit nach New York zu fahren, unser Wohnkomplex ist sehr schön, denn wir haben einen Pool, Fitnessstudio und einen Wunderschönen Park direkt hinter dem Haus. Der Auszug ist nicht schwer gefallen eher der Abschied ;).
    Liebe Grüße
    Viki

    Viktoria162003@yahoo.de

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