Samstag, 14. Dezember 2013

[Rezension] Taberna Libraria. Die magische Schriftrolle

Titel: Taberna Libraria

 

Die magische Schriftrolle

 

Autor: Dana S. Eliott
Preis: 9,99 € (Taschenbuch)
Seitenzahl: 512
Verlag: Knaur TB
Weitere Infos: Hier
Leseprobe: <<klick>>







Inhalt
Die beiden Freundinnen Silvana und Corrie wollen endlich ihre eigene Buchhandlung eröffnen. Angekommen in dem kleinen Ort Woodmore scheint es, als hätten die beiden Freundinnen den perfekten Laden gefunden. Doch die ehemalige Buchhandlung trägt ein Geheimnis in sich: im Keller liegt versteckt ein Portal in eine magische Welt voller mystischer Wesen und Gefahren. Werden sich die beiden auf den Laden einlassen oder ergreifen sie die Flucht? Was erwartet sie dort unten in dem Keller?

Wie hat's mir gefallen
Silvana und Corrie kommen in das verschlafene Nest Woodmore um sich eine mögliche neue Buchhandlung anzuschauen. Silvana hört körperlose Stimmen und will eigentlich gar nicht länger in Woodmore bleiben. Corrie, die Abenteuer liebt, ist absolut begeistert und würde am liebsten sofort den Laden hier eröffnen. Doch Silvanas Stimmen sind nicht das einzige ungewöhnliche an der alten Buchhandlung: ein Keller führt in eine magische Welt.

Eigentlich ist die Grundidee ausgelutscht, doch ich fand es entzückend, dass es sich hier um Buchliebhaberinnen handelt. Die Geschichte wird nicht direkt aus der Sicht von einer einzelnen Person geschrieben. Mal erzählt Corrie einzelne Abschnitte, mal Silvana, mal gar keiner. So konnte ich als Leser leider nur schlecht einen Draht zu einem der beiden Protagonistinnen aufbauen, dennoch war mir die vorichtige stimmenhörende Silvana einen Tick sympathischer. Wieso kann ich gar nicht erklären.

So sehr mir die Geschichte gefallen wollte, so viele Schwächen hat sie. Leider passiert in den ersten 250 gar nichts, außer dass die zwei überlegen die Buchhandlung zu kaufen und den Keller entdecken. Die beiden Autorinnen haben ein absolutes Talent sinnlose Randdetails so sehr auszuschmücken, dass man als Leser sehr gelangweilt ist. Wenn ein Autor von der Umgebung oder den partizipierenden Menschen erzählt, ist das wirklich sehr spannend. Aber immer und immer wieder zu erzählen, dass sich die beiden erneut einen Kaffee oder Tee aufsetzten, zu bereiteten, tranken und genossen haben macht ein Fantasybuch leider nicht spannend.

Hat man erst einmal ca. 250 Seiten geschafft, wird es wirklich interessanter. Mystische Wesen tauchen auf, Mysterien und Geheimnisse scheint es ebenso zu Hauf zu geben und man entdeckt als Leser eine neue magische Welt. Die Welt an sich finde ich sehr gelungen und spannend und auch die Vielfalt an Wesen finde ich klasse. Der Leser wird zwar relativ plötzlich in ziemlich viel Fantasy eingeführt, aber ich empfand diesen Sprung eher als positive Überraschung - denn endlich geht die eigentliche Handlung los. Diese zieht sich dann aber doch wie Kaugummi. Aber eins sei gesagt: haltet bis zum Ende durch, denn das ist trotz einiger Makel sehr packend und man will sofort Band 2 lesen.

Leider schienen viele inhaltliche Aspekte regelrecht gezwungen. Immer wenn es schien, als das es keine Lösung mehr gab, kam ein neuer Retter, der kurz zuvor vorgestellt wurde, an und rettete die beiden so das innerhalb weniger Seiten jeder Kampf und jedes Problem weggewischt wurde. Auch die Lösung um das verschollene Buch zu finden, scheint derart absurd, dass ich beinahe nicht weitergelesen hätte. Alles was "zufällig" gefunden oder kennengelernt wurde, ist des Rätsels Lösung zwei Seiten später. Der Weg scheint derart gradlinig, dass man sich als Leser schon etwas verschaukelt vorkommt.

Der erste Band der Reihe ist eher langgezogen und weist viele Schönheitsfehler auf. Ich kann dieses Buch nur sehr vernarrten Lesern empfehlen, die auch die nächsten drei Bände durchhalten werden, denn sonst ist Band 1 wirklich eher inhaltslos. Es bereitet Stück für Stück die nächsten Teile vor und das spürt der Leser leider extrem. Dennoch finde ich die Grundidee äußerst bezaubernd und auch die kleinen aufkeimenden Liebesgeschichten, über die ich noch nicht zu viel verraten will. Auch der Cliffhanger am Ende (Wer ist der Verräter) hat dem Buch wieder etwas mehr Charme gegeben.

Cover

Das Cover ist auf alt gemacht und wirkt dadurch sehr schön. Mir gefällt vor allem die Leseratte unten. Man sollte nebenbei noch bemerken, dass das Taschenbuch qualitativ sehr hochwertig ist. Selbst wenn man es unvorsichtig liest, gibt es keinerlei Knicke im Einband. 

Wieso gekauft
Ich war so gebannt von Cover und Klappentext, dass ich es einfach haben musste. Als ich hörte, dass die Reihe als Tetralogie geplant ist, was ich besonders gespannt - denn ich liebe Buchreihen ganz besonders.  

Für Fans von
- "Die Seelen der Nacht" von Deborah Harkness
- "Das Buch" von Wolfgang Hohlbein

Gut zu wissen

"Die magische Schriftrolle" ist Band 1 der auf vier Teile geplanten Reihe. Band 2 soll voraussichtlich noch diesen Monat als eBook erscheinen, Band 3 nächsten Dezember. Näheres zu den aktuellen Erscheinungsterminen erfahrt ihr hier.

Fazit
Trotz das die Grundgeschichte schön ist, scheint alles drumherum wenig ausgefielt und gekünstelt. Langatmige Passagen werden nur durch kurze spannende Stellen abgelöst und schnell wieder durch langweilige Szenen ersetzt. Hier braucht man wirklich Ausdauer! Dennoch: wer Reihen mag, sollte Band 1 nicht auslassen. Vielleicht wird es in Band 2 besser !?

Bewertung: 2/5

 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen