Donnerstag, 21. November 2013

[Rezension] Lauren Oliver: Delirium (Amortrilogie 1)

Titel: Delirium

 

Amortrilogie 1

 

Autor: Lauren Oliver
Preis: 18,90 € (Hardcover)
Seitenzahl: 416
Verlag: Carlsen
Weitere Infos: Hier








Inhalt
Lena lebt in einer Welt, in der eine schreckliche Krankheit Amerika bedroht: Amor Deliria Nervosa, besser bekannt als die Liebe. Alle Personen unter 18 können sich infizieren und jeder weiß, dass diese Krankheit tödlich ist. Deswegen wird im Alter von 18 Jahren durch einen Eingriff am Gehirn der Körper immun gemacht: die Menschen können nicht mehr lieben. Lena fiebert schon lange auf ihren 18.Geburtstag hin, denn dann kann endlich die heilende Operation stattfinden und sie wird sich niemals verlieben. Doch dann lernt sie Alex kennen. Lena ist sich nun nicht mehr so sicher, ob das, was sie spürt wirklich schlecht sein kann.

Wie hat's mir gefallen
Dystopien sprießen wie Pilze aus der Erde und auch das Thema der verbotenen Liebe ist nicht neu. Dennoch versprüht dieses Buch ein ganzes besonderes Flair, sodass man nicht an ihm vorbeikommt.
Lena fürchtet den Kontakt mit dem anderen Geschlecht, denn sie will sich nicht infizieren. Schon von klein auf wurde ihr beigebracht, dass Amor Deliria Nervosa eine schreckliche Krankheit ist. Ungewollt trifft sie auf Alex. Lena denkt immernoch in ihren alten Schranken und will die Liebe nicht zulassen. Doch nach und nach hinterfragt sie, was an diesen schönen Gefühlen schlecht und falsch sein soll. Haben Alex und Lena in solch einer Gesellschaft überhaupt eine Chance?

Wenn man mit dem Buch beginnt, wird man schnell in eine typische dystopische Gesellschaft eingeführt. Gespickt mit Gewalt, Kontrolle und Reignsation leben die Menschen dieser Zeit nur vor sich hin. Denn nach dem operativen Eingriff ist es nicht nur unmöglich sich zu verlieben - die Menschen sind nicht mehr fähig zu lieben. Dieser Aspekt hat mich derart abgeschreckt, denn wie soll man eine Familie aufbauen und Kinder zeugen ohne zu lieben? Wie soll man sein Baby aufziehen, ohne die wärmende Liebe die einem ständig Kraft gibt? Die Menschen dieser Gesellschaft sind dadurch auf extremste Art und Weise abgestumpft, aber sie können sich nicht wehren, da sie Gefühle der Liebe nicht emrh empfinden können.

Trotz allem gibt es einen kleinen Hoffnungsschimmer für den Leser (nicht für Lena, denn wir müssen bedenken, sie ist in dem System aufgewachsen und sie hat große Angst vor der Krankheit Liebe): Alex. Wer nun mit einer stürmischen Liebesgeschichte rechnet, der wird leider enttäuscht. Lena wird so enorm durch die Fesseln der Gesellschaft dominiert, dass sie regelrecht Angst hat mit dem Jungen zu reden. Und hier kommt eine für den Inhalt sehr bedeutende Rolle ins Spiel: Lenas beste Freundin Hana. Hana ist sehr rebellisch und hinterfragt, ob das alles so gut ist und welchen Sinn die Gesellschaft damit verfolgt. Hana überredet Lena dazu gemeinsam mit ihr eine verbotene gemischte Party mit verbotener Musik zu besuchen. Dort lernt Lena nicht nur was tanzen ist, sondern dies ist der erste Schritt für einen großen Umbruch.
Auch wenn Hana manchmal etwas eigenwillig ist, so mochte ich sie anfangs sehr gern, denn sie hat nicht nur ihren eigenen Willen, sondern sie kämpft auch für ihre Ziele.

Die Geschichte wird aus der Sichtweise von Lena erzählt. Auch wenn man die Protagonistin nach kurzer Zeit sehr mag, so könnte man an der ein oder anderen Stelle das Buch anschreien, so naiv und gutgläubig ist Lena. Doch dies kann man Lena nicht wirklich zur Last legen, denn durch ihre strenge Erziehung kennt sie es nicht anders. Nach und nach beginnt Lena Dinge zu hinterfragen und sortiert ihr eigenes System neu. Gerade diese Persönlichkeitsentwicklung ist sehr schön zu erleben. Auch Lena sich anfangs nur vorsichtig Schritt für Schritt nach vorne wagt, so durchlebt sie doch einen stetigen Prozess der Veränderung. Gegen Ende des Buches hatte ich das Gefühl, Lena ist eine gute Freundin von mir und mir fiel es wirklich schwer, sie (also mit dem Buch) wegzustellen.

Sehr gut hat mir an dem Buch auch gefallen, dass jedes Kapitel mit einem Zitat beginnt. Wer sich ein bisschen Zeit beim Lesen lässt, kann so vor und nach dem Kapitel über das Zitat und dessen Bedeutung nachdenken. Gerade für jemanden, der gerne zwischen den Zeilen liest und Dinge hinterfragt, ist dieses Gimmick sehr schön. Mir haben die Zitate wirklich gefallen und ich habe mich durch sie noch ein bisschen mehr mit dem Buch, dem politischen System und dem Inhalt befasst.

Die Autorin hat sich viel Mühe gegeben, eine zarte Liebesgeschichte in ein hartes dystopisches System einzubetten und ich kann nur sagen, dies ist ihr mit großer Bravur gelungen. Meine Erwartungen an das Buch worden vollends erfüllt und nach dem Lesen konnte ich nur eins sagen: WOW. Der flüssige, jugendliche, manchmal aber auch nüchterne Schreibstil lässt einen gerade zu durch die Kapitel fliegen.

Cover

Das Cover ist einmalig. Von Weitem sieht man nur das Mädchen auf dem weinroten Hintergrund. Sieht man ein bisschen näher hin, sieht man in Schreibschrift "Liebe" endlos stehen. Auch wenn es ein bisschen kitschig ist, hat mich gerade dieses Detail zum Kauf überzeugt. 

Wieso gekauft

Um ehrlich zu sein war das ein Spontankauf nach Cover. Es war so verzaubernd und hat mich sofort in seinen bann gezogen. Da man sich auf den Carlsen Verlag verlassen kann, habe ich einfach mal mutig auf gut Glück zugegriffen und wurde hervorragend belohnt.

Für Fans von
- "Cassia & Ky" von Ally Condie
- "Aria & Perry" von Veronica Rossi

Gut zu wissen
"Delirium" ist Teil 1 der Amotrilogie. Band 2 "Pandemonium" ist bereits erschienen. Am 24.1.2014 erscheint "Requiem", der finale Teil. Neben den drei Bänden gibt es zwei Kurzgeschichten als eBook u.A. auf Amazon zu kaufen: Hana und Raven.

Fazit
Ein Buch voller Geheimnisse und Wendungen. Auch wenn durch das dystopische System Liebe als Krankheit bezeichnet wird, fehlt es bei diesem Jugendroman nicht an Emotionen. Schockende und erschreckende Momente geben "Delirium" den richtigen Kick. Lest es - ihr werdet begeistert sein.

Bewertung: 5/5

Kommentare:

  1. Ich lese gerade Requiem! Auf englisch, daher kann ichs schon lesen. Mir haben die ersten beide Bände schon super gut gefallen. Ich glaube dir muss ich auch mal folgen, wenn du so tolle Tipps hast.

    xx

    andysparkles
    Follow me on Facebook

    AntwortenLöschen