Donnerstag, 29. August 2013

[Rezension] Jennifer E.Smith: Der Geschmack von Glück

Titel: Der Geschmack von Glück

 

Autor: Jennifer E.Smith
Preis: 17,90 € (Hardcover)
Seitenzahl: 368
Verlag: Carlsen
Mehr Infos: Hier











Inhalt
Dank eines Tippfehlers schreibt sich Ellie mit einem unbekannten jungen Mann Emails. Was sie nicht weiß: an der anderen Leitung sitzt der hochgefeierte Filmstar Graham Larkin. Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, entsteht zwischen den Beiden eine enge Beziehung in World Wide Web und sie reden über Gott und die Welt. Doch was passiert, wenn besagter Filmstar den Drehort seines neuen Filmes in das Örtchen verlegt, indem Elli wohnt? Haben diese Beiden eine Chance oder zerstört die Realität jegliche Wunschvorstellung?

Wie hat's mir gefallen

Die Geschichte beginnt in Form von Emails. Noch ist unbekannt, wer sich hinter den jeweiligen kryptischen Emailadressen versteckt. Auch wer männlich und wer weiblich ist, wird erst nach und nach klar. Doch eins ist eindeutig: die beiden kennen sich nur durch einen Zufall und verstehen sich auf Anhieb, als würde sie sich schon Jahre kennen. Was anfangs nur kleine Scherze sind, werden später Flirtereien und entwickeln sich zu einem Seelenverwandten. Die beiden scheinen das perfekte Paar zu sein. Eine Illussion in der Onlinewelt, die man leicht aufrecht erhalten kann. Was aber passiert, wenn diese Illussion plötzlich vor dir steht und in Wahrheit ein Filmstar ist?

Jedes Mädchen träumt davon, dass ein reicher Prinz vorbeikommt und das Aschenputtel rettet. Ellie hingegen scheint sich davor zu sträuben, in der Öffentlichkeit zu stehen. Was Graham noch nicht weiß: Ellie hat eine bittere Vergangenheit, die sie noch heute verfolgt. Aber auch er hat sein Päckche zu tragen. Trotz das er alles Geld der Welt hat und sich schier alles kaufen kann, so ist er dennoch nicht glücklich, denn er ist einsam. Einsam, weil er keine echten Freunde hat und einsam, weil sich seine Familie vor ihm zurückzieht. Eigentlich lernt der Filmstar nicht gern Menschen kennen, aber bei seiner Emailbeziehung macht er gern eine Ausnahme. Er setzt alles in bewegung, dass der Dreh seines aktuellen Filmes nach Maine verlegt wird, so dass er Stück für Stück Ellie kennenlernen kann. Doch bevor es ein Happy End geben kann, legt ihm das Schicksal so manchen Stein (und gern auch mal diverse Hinkelsteine und Felsbrocken) in den Weg.

Die Charaktere sind vorzüglich getroffen. Ellie, das schüchterne, sympathische und sommersprossige Mädchen von nebenan, dass für ihr Studium arbeitet und glücklich mit ihrer Mutter in einem schäbigen Haus lebt wirkt so echt, dass sie förmlich gleich um die Ecke schlendern könnte, in der einen Hand ein Sorbet, in der anderen die Hundelleine. Sie war mir von Anfang an sympathisch und man wünscht ihr regelrecht ein gutes Ende.
Ganz im Gegensatz dazu steht Graham Larkin, der gefeierte Teeniestar. Doch so ein typischer Filmstar scheint er nicht zu sein. Viel mehr ist er in sich gekehrt und auf der Suche nach dem Glück. Kein Wunder, dass er dann auf das rothaarige Mädchen stößt, denn sie sieht schon in Kleinigkeiten, wie dem Sonnenaufgang oder in einer Sorte Eis das Glück.
Wichtig fand ich weniger die strenge Mutter, als die zickige Freundin von Ellie, die statt ihrer Freundin Halt zu geben, ihr Leben noch drastisch verkompliziert. Was wäre ein Mädchenbuch ohne eine verkrachte Freundschaft, Zickereien und Funkstille?

"Der Geschmack von Glück" wird immer abwechselnd aus Ellies und Grahams Sicht geschrieben. So bekommt der Leser noch einen genaueren Einblick hinter die verschönte Fassade von Graham und in die komplizierte Gedankenwelt von Ellie. Ganz besonders hat mir gefallen, dass die Emailfreundschaft immer mal wieder zwischen den Kapiteln aufgegriffen wird. Trotz das sich die Beiden nun kennen, schreiben sie sich witzige kurze Emails, die immer am Kapitelanfang stehen. Auch wenn man sie nicht immer gleich im Kontext einordnen kann, sind sie spritzig und lustig und definitiv eine Auflockerung der Geschichte.
Ansonsten ist der Schreibstil der Autorin sehr leicht, jugendlich und einfach zu lesen. Ich habe das Buch in einem Ritt durchgelesen, denn ich wollte nur eins: immer weiterblättern.

Das Ende hat mich zu Anfang etwas enttäuscht, aber wenn ich im nachhinein darüber nachdenke und die Geschichte ins wahre Leben umpole, so hat Jennifer E. Smith hier ein schönes, nicht zu kitschiges und reales Ende geschaffen, dass mich zugleich glücklich und traurig machte.

Cover

Das Bild auf dem Buchumschlag ist sehr bezaubernd und das nicht nur wegen den sommersprossigen Rothaaarigen. Es wirkt jung, spritzig und man kann förmlich fühlen, wie glücklich sich dieses Mädchen fühlt. Ich gestehe, ich wurde erst durch das Cover auf das Buch aufmerksam. Auch unter dem Umschlag ist das Buch noch sehr hübsch. Wer noch zwischen Ebook (12,99€, Kindleversion) und dem Hardcoverbuch schwankt, sollte sich lieber für das "echte" Buch entscheiden.

Wieso gekauft
Wie schon gesagt, das Cover hat mich sehr gereizt und mir war es mal wieder nach einer schönen Liebesgeschichte. Yeah, danke für so ein tolles Buch.

Gut zu wissen
Jennifer E.Smith hat schon einige Jugendbücher geschrieben, z.B. "Punktlandung in Sachen Liebe".

Fazit

"Der Geschmack von Glück" erzählt nicht nur die aufkeimende Liebe zwischen dem Aschenputtel Ellie und ihrem reichen Filmstarprinzen Graham, sondern zeigt dem Leser viel mehr, was das Glück wirklich bedeuten kann. Die luftig leichte Geschichte wird ummantelt mit bitteren Geheimnissen und schrecklichen Alltagsproblemen, sodass die Fiktion wie Wirklichkeit wirkt. Das schönste an dieser Geschichte sind allerdings die erfrischenden Flirts per Email und die Zufälligkeit des Kennenlernens, denn diese zeigen, wie schön das Leben sein kann.

Bewertung: 5/5

 

1 Kommentar:

  1. Naa,

    mir hat das Buch auch wirklich gut gefallen. Es war eine wunderschöne Sommergeschichte, die meinen Sommerurlaub perfekt beendet hat.

    Nicht zu viel und nicht zu übetrieben, sondern genau richtig.

    Hast du schon andere Bücher von ihr gelesen?

    Lg

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