Donnerstag, 11. Juli 2013

[Rezension] Julie Leuze: Der Geschmack von Sommerregen

Der Geschmack von Sommerregen

Autor: Julie Leuze
Preis: 14,99 € (Hardcover)
Seitenzahl: 320
Verlag: Egmont Ink
Leseprobe: <<Hier>>











Inhalt
Sophie ist eher das schüchterne Mädchen vom Lande, Mattis der hübsche junge Mann aus der Großstadt. So groß die Unterschiede sein mögen, so groß ist die Anziehungskraft der Beiden. Trotz aller Verliebtheit verbirgt Sophie ein großes Geheimnis vor dem einfühlsamen Mattis. Kann sie es ihm beichten oder wird es die junge Liebe zerstören?

Wie hat's mir gefallen

Sophie ist das gewöhnliche Mädchen vom Lande mit wenig Selbstbewusstsein. Das Buch ließ mir keine Zeit um zu denken "Schnarch, das kennen wir doch schon!", denn schon auf der ersten Seite wurde deutlich, dass Sophie anders ist. Sie sieht ihre Gefühle in unterschiedlichen Farben, so ist z.B. Leidenschaft blau. Die Farben bestimmen ihren Alltag und sie kann sie, trotz das ihre Eltern das so oft verlangen, nicht unterdrücken oder gar vergessen. Immer schwirrt ihr im Kopf herum, dass sie nicht normal ist und sie hat Angst ihren Liebsten daovn zu erzählen. Weder Mattis noch ihre beste Freundin wissen bescheid.

Anfangs haben mich die Farben irritiert, denn der Leser wird lange Zeit im ungewissen gehalten. Doch nach und nach wird klar, dass Sophie keine psychischen Probleme hat, sondern an Synästhesie leidet. Ich muss gestehen, dass ich nicht ganz verstehen konnte, wieso Sophie ihre beste Freundin anlügt und es nicht einfach erzählt. Durch dieses Verstecken macht sie es noch schwieriger und bringt sich in eine vertrakcte Situation.

Die Figuren sind sehr liebevoll beschrieben. Sophie ist trotz das sie stereotypisch das stille Mädel ist sehr sympathisch und versucht es allen recht zu machen. Ihrer Freundin Leonie gönnt man förmlich das junge Glück und weil sie ein paar Kilos zu viel hat, wirkt sie gleich noch sympathischer. Mattis ist natürlich Schwiegermamaslieblign schlechthin, den man ohne mit der Wimper zu zucken heiraten würde.

Ein kleiner Nachteil des Buches ist, dass es Anfangs zäh voran ging. Zwar keimte die Liebe sehr sehr schnell auf und auch die Beziehung war schneller geschlossen, als man anfangs erwartete. Dennoch nahm die Handlung erst nach der Mitte es Buches richtig Fahrt auf. Ab da hing ich an den Seiten und war gespannt, was dem glücklichen Pärchen wohl noch passieren würde. Es wird dann tatsächlich in zweifacher Hinsicht aufregend: Sophie erkundet die Herkunft ihrer Besonderheit und erkundet ihre Leidenschaft gegenüber Mattis.

Ich muss gestehen, so viele erotische Szenen hätte ich in dem sonst eher jugendlichen Roman nicht erwartet. Es war prickelnd geschrieben, aber ich war doch irritiert über die Offenheit. Mir persönlich hätten Küsse gereicht und nähere Beschreibungen hätten nicht sein müssen. Nicht weil ich prüde bin, sondern weil es in einem sonst eher jungen Buch für junge Leute nicht so reingepasst hat. Aber um fair zu bleiben: die Szenen waren keineswegs to much, übertrieben oder unangebracht, sondern haben dem Buch doch das gewisse Etwas verliehen.
Die Autorin spricht auf eine sehr einfühlsame Weise ein heikles Thema bei eher sexuell unbedarften Jugendichen an: Wie rede ich mit meinem Freund über Sex und wie kann ich nein sagen, wenn ich nicht weiter will. Der gehobene Zeigefinger wurde weggelassen und somit kommt man sich weniger wie beim Dr.Sommerteam vor, sondern wie bei einer authentischen Situation im wahren Leben, welche Jugendlichen helfen soll sich zu orientieren und selbst zu helfen.

Der Schreibstil der Autorin ist wirklich schön, aber ich hätte gerne an der ein oder anderen Stelle deatillierte Ausführungen besser gefunden. Ich denke, dass der teilweise staccato-ähnliche Stil bewusst gewählt wurde, um dem Leser Freiraum für die eigene Fantasie zu geben, dennoch schien es ab und an etwas kurz. Man merkt doch, dass das Buch nur 320 Seiten dick ist.

Sehr schön fand ich die Buchgestaltung. Die Schrift ist größer gewählt als üblich und auch die Ränder waren nicht zu knapp. Was dem einem nicht gefallen mag, gefiel mir sehr gut, denn dadurch kann man leicht lesen ohne dass man ständig das Buch zerknicken oder die Lesebrille herauskramen musste. Die Überschriften haben eine bezaubernde Schriftart und verleihen dem Buch dadurch noch mehr Feminität. Es ist eben wegen der Liebesgeschichte durch und durch ein Mädchenbuch. Aber keine Angst: auch Mamas haben ihre Freude damit!

Süß fand ich auch, dass man so deutlich merkt, in welchem Bundesland das Buch spielt. Begriffe wie "Weiher" und "Pfingstferien", aber auch der Biergarten zeigen deutlich auf Bayern und das fand ich sehr sympathisch. Gott sei Dank wird nicht im Dialekt gesprochen - ein absoluter Pluspunkt.
Insgesamt ist es ein gelungenes emotionales Jugendbuch.

Cover

Dieses Cover beeindruckt durch liebevoll gewählte Detail (die rosafarbene Schrift) und dezente Schlichtheit (grauer Ton). Es fasziniert und zieht an. Ich finde einen Fast-Kuss auf einem Cover auch immer schöner und anziehender, als ein Echt-Kuss, denn hier kann man sich noch so viel vorstellen, was passieren wird. Und dann noch diese Wassertropfen auf den Gesichtern, sehr gelungen! Ich bin beindruckt von dem Äußeren des Buches!

Wieso gekauft
Das Buch habe ich mir schon lange angeschaut und hatte es auf meiner Bestellliste. Der Dank für dieses Buch gilt dem Egmont Ink Verlag, welcher mir liebenswürdigerweise dieses Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte. Danke, danke, danke.

Gut zu wissen

Keine Trilogie, kein warten auf den nächsten Teil, wieder Mal sehr entspannend. Und ich finde es sehr gut, dass es ein Buch einer deutschen Autorin ist und auch mal die Deutschen zeigen können, was sie schriftstellerisch drauf haben.

Fazit

Eine liebevoll erzählte Liebesgeschichte um Sophie und Mattes, die beide ihre Geheimnisse und Probleme pflegen. Die anfängliche Langatmigkeit wird durch die Spannung und die geladenen Emotionen in der zweiten Hälfte des Buches wettgemacht. Ein schöner Sommerschmöker für den See in der Natur!

Bewertung: 4/5

 

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